Patronin der Hausangestellten

Selbstlose Hingabe: Zum Gedenktag der heiligen Zita von Lucca am 27. April. Von Katrin Krips-Schmidt

Die heilige Zita ist die Patronin der Dienstmädchen, Mägde und Hausangestellten sowie der Stadt Lucca in der Toskana, in deren Nähe sie um 1212 in Monsagrati geboren wurde. Ihre Eltern waren arme Landarbeiter, die ihre Tochter im christlichen Glauben erzogen.

Mit zwölf Jahren kam das bescheidene und fromme Mädchen als Dienstmagd in die vornehme Familie Fatinelli, eine der reichsten in Lucca. Dort sollte sie bis an ihr Lebensende 48 Jahre lang tätig sein.

Dabei hatte sie in dem Haus ihrer Herrschaft zunächst viel Ungerechtigkeit zu ertragen, den Jähzorn ihres Dienstherrn, die Sticheleien der Kinder, die Eifersucht der übrigen Hausangestellten. Auch Schläge hatte die Heilige zu erdulden. Doch ihr Glaube half ihr dabei, stets zuvorkommend und liebenswürdig zu bleiben und ihre Arbeit mit Gleichmut und Fleiß zu verrichten. Und es gelang ihr sogar, durch ihren vorbildlichen Lebenswandel eine Umkehr bei der Familie Fatinelli zu erreichen, sodass man Zita schließlich als Vertraute betrachtete und ihr sogar die anspruchsvollsten Aufgaben im Haus übertrug. Dennoch fand sie noch immer täglich Zeit, um in die Kirche zu gehen. Besonders lagen ihr die Bettler am Herzen, denen sie Lebensmittel oder Kleidung spendete. Viele Legenden ranken sich um ihren Edelmut und ihre selbstlose Hingabe.

Zita starb mit 60 Jahren am 27. April 1272 in Lucca im Ruf der Heiligkeit. An ihrem Grab ereignete sich eine Vielzahl von Wundern, sodass der Bischof von Lucca vier Jahre nach ihrem Tod die öffentliche Verehrung Zitas gestattete, die sich in Italien, Spanien, England und schließlich in ganz Europa ausbreitete. Papst Innozenz XII. sprach Zita 1696 heilig, Papst Benedikt XIV. nahm sie 1748 in das Martyrologium Romanum auf.

Ihr unversehrter Leichnam ruht in der Kirche San Frediano in Lucca, und noch heute kann das Haus, in dem Zita einst als Dienstmädchen lebte, besichtigt werden. Auf Darstellungen findet man die Heilige häufig mit einem Schlüsselbund abgebildet: wie der heilige Antonius wird auch sie bei Verlust von Schlüsseln angerufen.

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