Parolin fordert weniger Bürokratie im Vatikan

Rom (DT/KNA) Weniger Bürokratie im Vatikan hat der neue Staatssekretär, Erzbischof Pietro Parolin, gefordert. Die römische Kurie müsse „schlank und beweglich, weniger bürokratisch und effizienter“ werden, sagte er in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Avvenire“ (Sonntag). Sie müsse als Instrument des Papstes und der Bischöfe der „Kirche von heute“ zu Diensten sein, die sich grundlegend gewandelt habe. Zugleich wandte sich der Italiener gegen ein übertrieben negatives Bild von den Verhältnissen im Vatikan. Die Kurie werde oft voreilig und verzerrend als Ort von Verschwörungen und Machtspielen dargestellt, beklagte der Staatssekretär. Parolin hatte Mitte Oktober sein Amt als Staatssekretär und damit engster Mitarbeiter von Papst Franziskus angetreten. Das Staatssekretariat ist die vatikanische Schaltzentrale der Weltkirche. Am 22. Februar erhebt Franziskus Parolin in den Kardinalsrang. Insbesondere das Staatssekretariat sollte in der Verwirklichung des seelsorgerischen Kurses von Papst Franziskus ein „Modell für die ganze Kirche“ werden, so Parolin in dem Interview weiter. An der Kurie bestehe wie überall, wo Macht gebündelt sei, die Gefahr ihres Missbrauchs, räumte der Erzbischof ein. Dafür reiche eine Reform der Strukturen allein nicht aus, erforderlich sei zudem eine „ständige persönliche Umkehr“, hob Parolin hervor. Franziskus hatte im April einen Kardinalsrat zur Kurienreform eingesetzt, der in der kommenden Woche zum dritten Mal im Vatikan zusammentritt. An der römischen Kurie sind derzeit gut 2 800 Mitarbeiter beschäftigt.

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