Papstkritiker legen nach

Kirchenkritisches Bündnis will Demo vor Gericht durchsetzen

Berlin (DT/KNA) Das kirchenkritische Bündnis „Der Papst kommt“ will den Start seiner Protestdemonstration am 22. September vor dem Brandenburger Tor vor Gericht durchsetzen. Mitglieder der 52 beteiligten Gruppierungen erteilten am Donnerstagabend einen entsprechenden Auftrag an ihre Vertreter in den Verhandlungen mit der Versammlungsbehörde der Polizei. Sie beauftragten sie zugleich, vor Gericht gegebenenfalls eine Verständigung mit der Versammlungsbehörde zu suchen. Diese will einen Start am Brandenburger Tor aus Sicherheitsgründen nicht genehmigen. Am ersten Tag des Deutschlandbesuchs von Papst Benedikt XVI. will das Bündnis die Kundgebung ab 16 Uhr vor dem Brandenburger Tor abhalten. Es erwartet bis zu 20 000 Teilnehmer. Dabei sollen Rednerinnen und Redner unter anderem die katholische Sexualmoral sowie das Verhältnis von Staat und Kirche kritisieren. Angekündigt ist bereits die Kirchenkritikerin Uta Ranke-Heinemann.

Im benachbarten Bundestag hält Benedikt XVI. ab 16.45 Uhr eine Rede. Nach ihrer Kundgebung wollen die Demonstranten über den Potsdamer Platz sowie Leipziger Straße, Friedrichstraße und Unter den Linden zum Bebelplatz vor der katholischen Sankt-Hedwigs-Kathedrale oder dem Alexanderplatz ziehen. Dem Bündnis gehören unter anderen der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, die Organisation Pro Familia, die Giordano-Bruno-Stiftung sowie Mitglieder von SPD, Grünen und Linkspartei an. Veranstalter ist der Trägerverein des jährlichen Berliner Umzugs von Lesben und Schwulen am „Christopher-Street-Day“ im Juni.

Proteste hatte es auch beim Besuch Johannes Pauls II. vor 15 Jahren in Berlin gegeben. Zudem fand damals eine Demonstration statt, bei der sich Teilnehmer als Nonnen, Mönche oder Teufel verkleideten und eine „Gegenpäpstin“ ausriefen. Sie zogen vom Schöneberger Winterfeldtplatz in Richtung Brandenburger Tor. Entlang der Fahrt kam es zu teilweise lautstarken Protesten mit Eierwürfen auf das „Papamobil“. Bei der Reise dabei war damals Kardinal Joseph Ratzinger.

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