Papst warnt Priester vor Verweltlichung

Vatikanstadt (KNA) Papst Franziskus hat die Priester vor Ermüdungserscheinungen gewarnt. Die Kirche brauche „keine jammernden Hirten mit saurem Gesicht und auch nicht – was noch schlimmer ist – gelangweilte Hirten“, sagte er bei der Chrisammesse am Gründonnerstag im Petersdom. Er appellierte an die Geistlichen, ganz in ihrer Berufung aufzugehen. Franziskus warnte zudem vor einem Geist der Verweltlichung unter Priestern. Das Bedürfnis, von der pastoralen Arbeit auszuruhen, dürfe nicht zum Bedürfnis nach den raffinierten Arten der Entspannung in der Konsumgesellschaft verleiten. „Ist der Heilige Geist für mich wirklich ,Ruhe in der Unrast‘ oder nur derjenige, der mir Arbeit verschafft?“. Die Bezogenheit zu Jesus reinige vom „weltlichen, schmierigen Smog“, der sich auf Priester lege, während sie in seinem Namen auf dem Weg seien. Die Erkenntnis der eigenen Fehlbarkeit darf nach Franziskus' Worten aber auch nicht zur „Müdigkeit von sich selbst“ führen. Sie sei für einen Priester vielleicht am gefährlichsten. „Es ist die Enttäuschung über sich selbst, der aber nicht ins Gesicht gesehen wird mit der gelassenen Fröhlichkeit dessen, der entdeckt, dass er ein Sünder ist und der Vergebung bedarf.“ Wer sich für einen anderen halte, als er sei, verfalle einer „spirituellen Weltlichkeit“, so der Papst. Schließlich gibt es aus Franziskus' Sicht eine „Müdigkeit von den Feinden“ des Glaubens und der Kirche. Diese sei besonders beschwerlich. „Der Teufel und seine Anhänger schlafen nicht, und da ihre Ohren das Wort Gottes nicht ertragen, arbeiten sie unermüdlich, um es auszuzischen und zu verdrehen.“ Das Böse sei schlauer als die Gläubigen. Priester sollten nicht der Illusion erliegen, das Unkraut wie Übermenschen ausreißen zu können, sondern müssten es durch beständige gute Werke neutralisieren.

Themen & Autoren

Kirche