Papst kritisiert Lage der Kirche im Heiligen Land

An neuen Botschafter Israels: Abkommen endlich umsetzen

Vatikanstadt (DT/KNA) Papst Benedikt XVI. hat den „alarmierenden Rückgang“ der christlichen Bevölkerung im Nahen Osten einschließlich Israels kritisiert. Die Christen seien im israelisch-palästinensischen Konflikt „besonders verwundbar“ und litten ganz besonders unter dessen Auswirkungen, sagte er am Montag beim Antrittsbesuch des neuen israelischen Vatikan-Botschafters Mordechay Lewy. Mit Nachdruck sprach Benedikt XVI. sich für eine gerechte Friedenslösung in der Region aus.

An die israelische Regierung appellierte der Papst, die geschlossenen Abkommen mit dem Vatikan auch ins nationale Recht zu integrieren. Zudem sollte man möglichst bald zu einer Lösung der strittigen Wirtschaftsfragen und des Visa-Problems kommen. „Nur wenn diese Schwierigkeiten überwunden werden, kann die Kirche frei ihre religiöse, moralische, erzieherische und karitative Arbeit in dem Land erfüllen, in dem sie entstanden ist.“ Ausdrücklich appellierte Benedikt XVI. an die israelische Regierung, „das harte Los der palästinensischen Gemeinschaft zu erleichtern“. Es gelte, „ihnen die notwendige Freiheit zu geben, damit sie ihrer legitimen Betätigung nachgehen können, einschließlich Reisen zu den Heiligen Stätten“. Dies lasse sich nur im weiteren Kontext eines Nahost-Friedensprozesses regeln, so der Papst.

Der Heilige Stuhl erkenne Israels legitimes Bedürfnis nach Sicherheit und Selbstverteidigung an und verurteile alle Ausdrucksformen von Antisemitismus. Allerdings sollten alle Volksgruppen gleiche Chancen auf ein florierendes Leben haben. „Wenn alle Völker des Heiligen Landes in Frieden und Harmonie leben – nebeneinander in zwei unabhängigen, souveränen Staaten – so ist das ein unschätzbarer Erfolg für den Weltfrieden“, betonte Benedikt XVI. Er gratulierte zugleich dem israelischen Diplomaten zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels. „Der Heilige Stuhl schließt sich ihrem Dank an Gott an, dass die Erwartungen des jüdischen Volkes für eine Heimat im Land ihrer Väter erfüllt wurden. Er hofft, bald eine Zeit noch größerer Freude zu erleben, wenn endlich ein gerechter Frieden den Konflikt mit den Palästinensern löst.“

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