Papst fordert Ende der Gewalt in Nicaragua

In Nicaragua kommt es seit Wochen zu gewaltsamen Protesten gegen die Regierung. Papst Franziskus fordert ein Ende der Gewalt und betont gleichzeitig die Dialogbereitschaft der Kirche.
Krise in Nicaragua
Foto: Carlos Herrera (dpa) | dpatopbilder - 01.06.2018, Nicaragua, Managua: Eine vermummte Demonstrantin hält eine Flagge, während im Hintergrund eine zweite Fahne auf halbmast weht.

Papst Franziskus hat ein Ende der Gewalt in Nicaragua gefordert. Zugleich unterstrich er am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz die Dialogbereitschaft der Kirche. Voraussetzung für eine Wiederaufnahme der Gespräche sei jedoch, die Freiheit und das Leben der Menschen zu schützen. Mit Trauer habe er von den vielen Toten und Verletzten in dem mittelamerikanischen Land erfahren, sagte Franziskus und fügte hinzu, er bete für die Opfer und ihre Familien.

In Nicaragua kommt es seit Wochen zu Protesten gegen die sandinistische Regierung von Präsident Daniel Ortega. Seit Mitte April kamen dabei mehr als 100 Menschen ums Leben, etwa 1 000 wurden verletzt. Die Demonstrationen begannen nach der Ankündigung einer Rentenreform. Oppositionelle werfen der Regierung zudem vor, gegen einen Großbrand im Bioreservat Indio Maiz nur halbherzig vorgegangen zu sein.

Inzwischen haben sich die Fronten verhärtet. Ein von der katholischen Kirche des Landes angestoßener nationaler Dialog wurde in der vergangenen Woche abgebrochen. Papst Franziskus empfing am Samstag im Vatikan seinen Botschafter in Nicaragua, Erzbischof Waldemar Stanislaw Sommertag.

DT/KAP

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