Papst ernennt im Juni neue Kardinäle

Unter den fünf künftigen Purpurträgern ist erstmals ein Schwede – Kein Kandidat aus dem deutschsprachigen Raum

Vatikanstadt (DT/KNA) Papst Franziskus hat für Ende Juni die Ernennung fünf neuer Kardinäle angekündigt. Es handelt sich um Jean Zerbo, Erzbischof von Malis Hauptstadt Bamako, den Erzbischof von Barcelona Juan Jose Omella Omella, den Stockholmer Bischof Anders Arborelius, Louis-Marie Ling Mangkhanekoun, den Apostolischen Vikar von Pakse in Laos sowie um Gregorio Rosa Chavez, Weihbischof im Erzbistum San Salvador. Mit Arborelius erhält erstmals ein Schwede die Kardinalswürde; mit Chavez ein Mitarbeiter des ermordeten Erzbischofs Oscar Romero (1917–1980). Termin für das Konsistorium ist der 28. Juni. Der Papst bleibt seiner Linie treu, neue Kardinäle aus randständigen Gebieten der katholischen Kirche zu kreieren. Die Herkunft der neuen Würdenträger drücke die „Katholizität der auf der ganzen Erde verbreiteten Kirche“ aus, sagte Franziskus am Sonntag.

Der 67-jährige Arborelius, der mit 20 Jahren zum katholischen Glauben übertrat, ist der Jüngste der Ernannten. Er und Franziskus trafen im vergangenen Jahr zum Reformationsgedenken im südschwedischen Lund zusammen. Der Karmelitenpater steht seit 1998 an der Spitze des Bistums Stockholm, das das ganze Land mit gut 116 000 Katholiken umfasst.

Die Ernennung des befreiungstheologisch inspirierten Weihbischofs Gregorio Rosa Chavez (74), reiht sich ein in die Liste ungewöhnlicher Ernennungen. Chavez, seit 1982 Weihbischof in San Salvador, arbeitete mit dem ermordeten Erzbischof Oscar Romero zusammen und macht sich für dessen Heiligsprechung stark. Chavez gilt als Friedensbotschafter und geduldiger Vermittler in Konflikten. Wiederholt forderte er Friedensgespräche zwischen der Regierung und den bewaffneten Mara-Gangs.

Ebenfalls für den Frieden setzt sich Jean Zerbo (73) ein, seit 1998 Erzbischof von Bamako. Laut Vatikan kämpft der Geistliche gegen Ausgrenzung und für Versöhnung und Solidarität in seinem Land. Nur knapp zwei Prozent der Bevölkerung Malis sind Katholiken. Im südostasiatischen Laos, das mit Bischof Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun (72) einen Kardinal bekommt, sind Katholiken ebenfalls in der Minderheit. Ihr Anteil an der Bevölkerung liegt bei etwa 1, 5 Prozent.

Der Apostolische Vikar von Pakse in Laos und ehemalige Vorsitzende der Bischofskonferenz von Laos und Kambodscha spricht neben seiner Muttersprache unter anderem Französisch und Englisch. Mangkhanekhoun ist nach Vatikanangaben für Besuche in Bergdörfern bekannt und in der Katecheten-Ausbildung engagiert.

Der zweite Europäer neben Arborelius ist Juan Jose Omella Omella (71), seit 2015 Erzbischof von Barcelona. Er ist der einzige unter den Nominierten, der als relativ sicherer Kandidat für das Kardinalsamt galt. Seit 1996 ist er Mitglied der bischöflichen Kommission für soziale Pastoral in der Spanischen Bischofskonferenz, seit 2003 mit Unterbrechungen deren Präsident. In der Vergangenheit kritisierte er wiederholt Korruption unter Politikern sowie den prekären spanischen Arbeitsmarkt. Alle fünf zukünftigen Kardinäle sind jünger als 80 Jahre und wären zu einer Papstwahl zugelassen. Derzeit wären 116 Mitglieder des Kardinalskollegiums in einem Konklave stimmberechtigt.

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