Oster zum Kommunionstreit: Entscheidung Roms ist Aufforderung zum Weiterarbeiten

Der Passauer Bischof Stefan Oster sieht das jüngste Schreiben aus dem Vatikan zum Kommunionempfang für nicht-katholische Ehepartner als eine Aufforderung, weiter geimsam Wege zum Fortschritt in der Ökumene zu suchen.
Abendmahl
Foto: Rolf Vennenbernd (dpa) | ARCHIV - 10.05.2018, Nordrhein-Westfalen, Münster: Eine Frau hält eine Hostie beim Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt.

Der Passauer Bischof Stefan Oster sieht das jüngste Schreiben aus dem Vatikan zum Kommunionempfang für nicht-katholische Ehepartner als eine Aufforderung, „weiterhin gemeinsam und möglichst einmütig nach Wegen zu suchen, wie wir in der Ökumene vorankommen“. Denn das sei „allen ja ein bleibendes Anliegen und Verpflichtung“, sagte er am Dienstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Für ihn sei der Brief klärend vor allem im Blick auf die weltkirchliche Relevanz des Themas.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte sich im Februar mit Dreiviertel-Mehrheit auf eine bisher nicht veröffentlichte Handreichung geeinigt, wonach nicht-katholische Ehepartner im Einzelfall zur Kommunion zugelassen werden können. Sieben Bischöfe um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, darunter auch Oster, baten daraufhin schriftlich den Vatikan um Klarstellung, ob eine solche Regelung überhaupt von einer einzelnen Bischofskonferenz beschlossen werden kann.

Am 3. Mai reiste eine Bischofsdelegation mit Vertretern beider Richtungen zu einer Besprechung nach Rom. Der Vatikan verwies den Konflikt zunächst an die deutschen Bischöfe zurück. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, äußerte sich zuletzt zuversichtlich, dass die Bischöfe eine einvernehmliche Lösung finden könnten. Über den am Montag bekanntgewordenen Brief des Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Ladaria, zeigte sich Marx daher „überrascht“.

DT/KNA

Weitere Artikel
Papst in Budapest
Budapest
Umkehr: Die wahre Reform der Kirche Premium Inhalt
In Budapest wurde die Tiefendimension der Kirche sichtbar: Mit Blick auf Christus ist sie jung, dynamisch, fröhlich, ökumenisch, missionarisch und attraktiv. Ein Kommentar.
16.09.2021, 13  Uhr
Stephan Baier
Themen & Autoren
Ehepartner Rainer Woelki Reinhard Marx Vatikan Ökumene

Kirche