Opus-Dei-Priester wird Pfarrer in Frankreich

Toulouse (DT/KNA) Erstmals wird in Frankreich ein Opus-Dei-Priester als Pfarrer einer Gemeinde tätig werden. Erzbischof Robert Le Gall werde am 19. Oktober den 66-jährigen Franck Touzet als Pfarrer der Gemeinde Notre-Dame-de-la-Dalbade einführen, teilte das Erzbistum Toulouse mit. Das Opus Dei, zu deutsch „Werk Gottes“, wurde am 2. Oktober 1928, am Donnerstag vor 80 Jahren, von dem inzwischen heiliggesprochenen spanischen Priester Josemaria Escriva de Balaguer (1902-1975) als katholische Laienbewegung gegründet. Papst Johannes Paul II. gewährte dem Opus Dei 1982 die bislang einmalige Rechtsform einer „Personalprälatur“ mit einer gesonderten Priesterausbildung. Erzbischof Le Gall erklärte, er habe keinen Grund zur Sorge, wenn ein Opus-Dei-Priester die Aufgabe eines Gemeindepfarrers übernehme. Le Gall räumte ein, es habe Widerstand und Unruhe in seinem Erzbistum gegeben. Die Ernennung dürfe aber nicht als Zeichen eines Rechtsrucks der Kirche verstanden werden. Alle Instanzen der Diözese hätten zudem den Vorschlag gebilligt. Kritiker werfen dem Opus Dei Elitedenken, eine Erziehung zu blindem Gehorsam und sektenhafte Strukturen vor. Das Wirken der Organisation widerspreche Werten wie Freiheit, Mündigkeit und Gleichberechtigung. Nach Angaben des Erzbistums Toulouse gibt es in Frankreich derzeit rund 1 600 Mitglieder des Opus Dei, darunter 28 Priester. Der französische Opus-Dei-Sprecher Arnaud Gency würdigte die Bestellung Touzets als Zeichen des Vertrauens und der guten Eingliederung des Werkes in das Erzbistum.

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