Vatikanstadt/Würzburg

Was der Papstbrief nach Deutschland bedeutet

Mit seinem Schreiben an die deutschen Katholiken hat Papst Franziskus für einige Überraschungen gesorgt. Besonders bemerkenswert ist, welche Themen er darin anspricht – und welche nicht.

Papst Franziskus
In einem Brief hat sich Papst Franziskus an "das pilgernde Volk Gottes in Deutschland" gewandt. Foto: Alessandra Tarantino (AP)

Briefe des Papstes an eine Ortskirche sind keine Seltenheit. Papst Franziskus richtete sich bereits an die Katholiken im Nahen Osten, Nigeria, Indien, Chile und 2018 gar an das gesamte Volk Gottes auf Erden − allesamt bemerkenswerte Schreiben. Der Brief an die deutschen Katholiken hingegen wurde in Rom zunächst kaum wahrgenommen.

Papst beklagt Krise der Kirche in Deutschland

Auch inhaltlich überrascht das Schreiben. Denn das bestimmende Thema der Weltkirche in diesen Tagen, der Missbrauchsskandal, wird im Text nicht erwähnt. Dafür treibt den Papst eine andere, nicht minder tiefe, Krise der Kirche in Deutschland um.

Den allgemeinen Rückgang des Glaubenslebens hierzulande spricht Franziskus mit seinem Brief nicht zum ersten Mal an. Und ebenfalls nicht neu ist seine Kritik am Strukturglauben vieler deutscher Katholiken. Angesichts der Krise fordert er, „den Primat der Evangelisierung zurückzugewinnen“.

Franziskus setzt Leitplanken für „Synodalen Weg“

Überrascht haben dürfte manchen Leser, was Franziskus zum „Synodalen Weg“ zu sagen hatte, der seit Monaten hitzig diskutiert wird. Denn eine direkte Aussage zu diesem Vorhaben ist seinem Schreiben nicht zu entnehmen. Dafür setzt der Papst mit seinem Brief an „das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ einige klare Leitplanken für die Zukunft.

DT/kma

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