Vatikan organisiert Kongress zur Nutzung profanierter Kirchen

Der Vatikan wird Ende November einen internationalen Kongress organisieren, der sich mit der Umwidmung von profanierten Kirchen befasst. Dabei soll die Notwendigkeit eines langfristigen Planungsprozesses aufgezeigt werden, an dem die betroffenen Gemeinden beteiligt sind.

Profanierte Kirchen verlieren oftmals völlig ihren sakralen Charakter - wie hier im belgischen Utrecht: Die ehemalige Kirche "Maria Minor" wird dort nun als Kneipe genutzt. Foto: IN

Der Vatikan wird Ende November einen internationalen Kongress organisieren, der sich mit der Umwidmung von profanierten Kirchen befasst. Das teilte der Päpstliche Kulturrat in Rom mit. Die Veranstaltung mit dem Titel „Wohnt Gott hier nicht mehr? Profanierte Orte der Anbetung und integriertes Management des kirchlich-kulturellen Erbes“ soll Diözesen dabei helfen, gemeinsam mit den örtlichen Pfarrgemeinden angemessene Nutzungsmöglichkeiten für profanierte Kirchen zu finden. Der Kongress findet vom 29. bis 30. November in Rom statt.

Der Päpstliche Kulturrat wird die Veranstaltung gemeinsam mit der Italienischen Bischofskonferenz und der Päpstlichen Gregoriana-Universität organisieren. Im Vorfeld des Kongresses sind Gläubige eingeladen, umgewidmete Kirchen, die auf positive Weise genutzt werden, zu fotografieren und die Bilder auf der Fotoplattform „Instagram“ hochzuladen. Bisher sorgten hauptsächlich solche Kirchen für mediale Aufmerksamkeit, die nach ihrer Profanierung als Nachtclubs oder Fitnessstudios genutzt wurden. Mit den Bildern wünscht man sich, Möglichkeiten vorzustellen und hervorzuheben, wie die historische, gesellschaftliche und sakrale Bedeutsamkeit der ehemaligen Kirchengebäude erhalten werden kann.

Vertreter der Bischofskonferenzen aus Europa, Nordamerika und Ozeanien sind zu dem Kongress Ende November eingeladen, um Richtlinien zur weiteren Nutzung profanierter Kirchengebäude zu diskutieren. Dabei soll es ausdrücklich nicht darum gehen, ob eine Kirche profaniert oder verkauft werden sollte oder nicht. Der Zweck der Veranstaltung ist es vielmehr, die Notwendigkeit eines langfristigen Planungsprozesses aufzuzeigen, an dem die betroffenen Gemeinden beteiligt sind.

Gegenüber Journalisten betonte Kardinal Gianfranco Ravasi, der Präsident des Päpstlichen Kulturrats, dass ehemalige Orte der Anbetung einen spirituellen, gesellschaftlichen oder kulturellen Wert innerhalb der Gemeinde bewahren müssten.

DT/mlu