Theologe Menke plädiert für mehr Einsatz für christlichen Glauben

Der Islam sollte dazu anspornen, den eigenen christlichen Glauben besser zu verstehen, meint der Bonner Theologe und Dogmatiker Karl-Heinz Menke.

Professor Menke gemeinsam mit dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer am Vortragsabend. Foto: Bistum Regensburg

Der Theologe und frühere Bonner Dogmatikprofessor Karl-Heinz Menke plädiert im Angesicht eines immer stärker auftretenden Islams dafür, sich umso mehr mit dem eigenen christlichen Glauben auseinanderzusetzen. Dies sagte Menke am Donnerstagabend bei einem Vortrag über den emeritierten Papst Benedikt XVI. und dessen Wahrheitsverständnis beim Akademischen Forums Albertus Magnus in Regensburg. Der Vortrag fiel auf den 13. Jahrestag der Papstwahl Joseph Ratzingers am 19. April 2005.

Sowohl frühchristliche Häresien wie der Arianismus als auch die zu Judentum und Christentum in Konkurrenz stehende Religion des Islam zeigten gläubigen Christen eher auf, wie Christus und christlicher Glaube nicht zu verstehen seien, so Menke. Gleichzeitig lassen sie jedoch umso mehr das Christentum als Religion des Logos erscheinen, die nicht nur den dreieinigen Gott der Welt geoffenbart habe, sondern auch die tiefere, durch Jesus Christus gewirkte Wahrheit und Vernunft in Welt und Schöpfung aufzeige. Außerdem plädierte Menke ebenso wie Benedikt in seiner „Jesus von Nazareth“-Trilogie dafür, aufgrund der engen heilsgeschichtlichen Verbundenheit von Judentum und Christentum auf die sogenannte Judenmission zu verzichten.

Karl-Heinz Menke zählt zu den renommiertesten deutschsprachigen Theologen. Der langjährige Professor für Dogmatik und theologische Propädeutik an der Universität Bonn ist Mitglied der Internationalen Theologenkommission im Vatikan und Träger des Joseph-Ratzinger-Preises 2017.