Polnische Bischöfe entschuldigen sich bei Missbrauchsopfern

Die Bischöfe Polens diskutieren über sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Kirche. In einem Dokument verweisen sie auf die Maßnahmen zur Aufarbeitung und Prävention, die in den Bistümern ergriffen werden.

Polnische Bischöfe zur Aufarbeitung von Missbrauch
Die Bischofskonferenz erinnerte auch an das System zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, das bereits in polnischen Diözesen bestehe Foto: Pressestelle Biko Polen

Die Polnischen Bischöfe haben sich demütig an die Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche gewandt. „Wir entschuldigen uns bei Gott, den Opfern von Missbrauch, ihren Familien und der Kirchengemeinschaft für all das Leid, das Kindern, Jugendlichen und ihren Angehörigen zugefügt worden ist“, betonen die Polnischen Bischöfe in einer Stellungnahme. Diese wurde veröffentlicht, nachdem die Bischöfe gestern im Wallfahrtsort Jasna Gora zu einer Plenarversammlung zusammengekommen waren, um über sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch einige Mitglieder des Klerus zu diskutieren.

Verbrechen sind "Quelle tiefen Leidens" der Opfer

Das polnische Episkopat wies darauf hin, dass die Kirche in den letzten Jahren immer wieder „von schmerzhaften Nachrichten aus anderen Ländern zum sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch einige Mitglieder des Klerus erschüttert ist“. Diese Verbrechen seien eine Quelle tiefen Leidens der Opfer. Dass auch die polnische Kirche davon nicht ausgenommen sei, stellten die Bischöfe mit Trauer fest. Dabei verwiesen sie auf die Worte von Papst Franziskus: „Der Schmerz der Opfer und ihrer Familien ist auch unser Schmerz.“ Um die Ursachen dieser Taten zu erkennen und deren Ausmaß einzuschätzen, habe man begonnen, notwendige Daten zu erheben, heißt es in der Stellungnahme.

Betroffene sollten sich bei Kirchenoberen und zuständigen staatlichen Behörden melden, so die Bischöfe weiter. Für sie bestehe die Möglichkeit der psychologischen, rechtlichen und pastoralen Unterstützung. Die Bischofskonferenz erinnerte auch an das System zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, das bereits in polnischen Diözesen bestehe. Man wolle erreichen, dass Kirchengemeinden ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche seien.

Seit einigen Jahren gebe es Maßnahmen, um sexuellen Missbrauch zu verhindern

So würden seit einigen Jahren Maßnahmen ergriffen, deren Ziel es sei, sexuellen Missbrauch unter Mitglieder des Klerus komplett zu verhindern. „In enger Einheit mit den Päpsten Benedikt XVI. und Franziskus wurden Grundsätze entwickelt, auf das Böse zu reagieren.“ Jeder Hinweis auf mögliche Straftaten werde untersucht. Sollte sich ein Vergehen bewahrheiten, werde der Heilige Stuhl und die Staatsanwaltschaft informiert.

Zudem erinnerten die Polnischen Bischöfe daran, dass es bereits seit fünf Jahren zahlreiche Schulungen für den Diözesan- und Ordensklerus gebe. Diese bewirkten langsam aber effektiv ein verändertes Bewusstsein. In den Bistümern, Orden und religiösen Gemeinschaften bereite man zudem ein Präventionssystem vor, das dazu beitragen soll, Kinder und Jugendliche vor potenziellen sexuellen Übergriffen zu schützen. „Wir möchten die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen zu einer Priorität für die gesamte Gesellschaft machen.“

DT/mlu

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