Pilgerhausleiter: Besuch im Heiligen Land gehört zum Christ-Sein

Die Pilgerfahrt ins Heilige Land, so der Rektor des Österreichischen Pilgerhospizes zur Heiligen Familie in Jerusalem, Markus Bugnyar, müsste ein Konstitutivum einer gewissen Kirchlichkeit sein.

Pilgerboom im Heiligen Land
„Um im wahrsten Sinne des Wortes zum Ursprung und an die Quelle zu kommen, braucht es das Heilige Land", meint Markus Bugnyar. Foto: Stefanie Järkel (dpa)

Für den Rektor des Österreichischen Pilgerhospizes zur Heiligen Familie in Jerusalem, Markus Bugnyar, gehört ein Besuch im Heiligen Land zum Christ-Sein dazu. Man sehe die Überreste und Nachlässe Jesu Wirkens nur dort und nirgendwo anders, meint Bugnyar im Gespräch mit der „Tagespost“. „Um im wahrsten Sinne des Wortes zum Ursprung und an die Quelle zu kommen, braucht es das Heilige Land.“ Die Pilgerfahrt ins Heilige Land, so der Pilgerhausleiter, müsste ein Konstitutivum einer gewissen Kirchlichkeit sein.

Schuldigkeit gegenüber Christen vor Ort

Bugnyar betont auch, dass man gegenüber den Christen vor Ort eine Schuldigkeit habe, „die die heiligen Stätten zum Teil unter sehr widrigen Umständen erhalten und so an die nächste Generation weitergeben“. Viele Christen in Europa könnten sich eine Pilgerfahrt leisten, obliegen jedoch dem Missverständnis, dass allein die Anbetung im Geist und in der Wahrheit genügen würde. „Und so leben sie ihre persönliche Frömmigkeit zuhause.“

Manchmal höre man auch die Aussage von Gläubigen: „Ich muss doch gar nicht in die Kirche am Sonntag, Gott ist ja auch an anderen Orten präsent.“ Dies sei zwar grundsätzlich richtig und Inhalt des christlichen Glaubens. „Aber wenn wir konkret in die Heilsgeschichte eintauchen wollen, dann gilt es zu bedenken, dass die Inkarnation Gottes einen konkreten Ort und eine konkrete Zeit hat“, so  Bugnyar, der auch einen Pilgerführer für das Heilige Land verfasst hat.

Inkarnation Gottes hat konkreten Ort und konkrete Zeit

Im vergangenen Jahr waren erstmals mehr als vier Millionen Touristen und Pilger in Israel. Angesprochen auf den deutlichen Anstieg der Besucherzahlen, meint Bugnyar: „Bezogen auf den Pilgertourismus und die christliche Minderheit im Land angesprochen, glaube ich sagen zu können: Da merkt man ein gewisse Zufriedenheit.“ Ein aggressives Zurschaustellen von Bedürftigkeit gebe es schon längere Zeit nicht mehr.

Wie sich der Pilger- und Tourismusboom auf das österreichische Pilgerhospiz auswirkt und welche Empfehlungen Markus Bugnyar in seinem Pilgerführer gibt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 24. Januar 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT