Paul VI., der Papst, der Neuland betrat

Die große Heiligsprechungsfeier in Rom war zugleich ein Höhepunkt der Jugendsynode.

Paul VI:Heiligsprechung im Vatikan
In seiner Predigt sagte Franziskus, die neuen Heiligen dieses Tages seien den Weg gegangen, zu den Quellen wahrer Freude zu gehen, zur Begegnung mit Jesus Christus. Foto: Andrew Medichini (AP)

Noch Tage nach der großen Messfeier am Sonntag auf dem Petersplatz zieren die Porträts der neuen Heiligen die Fassade der Basilika des Apostelfürsten. So als wollte die römische Kirche der Welt signalisieren, dass es eben nicht nur Missbrauchstäter und Vertuscher gibt, die derzeit das Bild der Catholica prägen, sondern auch Gottes demütige Diener, deren Leben ein Vorbild für alle Christen sein kann.

Papst Paul VI. - Prophet einer hinausgehenden Kirche

In seiner Predigt sagte Franziskus, die neuen Heiligen dieses Tages seien den Weg gegangen, zu den Quellen wahrer Freude zu gehen, zur Begegnung mit Jesus Christus. Paul VI. habe dies nach dem Beispiel des Apostels getan, dessen Namen er annahm. „Wie dieser lebte er ganz für das Evangelium Christi, indem er Grenzen überwand und Neuland betrat sowie durch Verkündigung und Dialog sein Zeuge wurde, Prophet einer hinausgehenden Kirche, die Weitblick hat und sich um die Armen kümmert.“ Noch heute mahne der Montini-Papst dazu, „zusammen mit dem Konzil, dessen weiser Steuermann er war, unsere gemeinsame Berufung zu leben: die universale Berufung zur Heiligkeit“.

Es sei schön, dass unter den neuen Heiligen „auch Bischof Romero ist, der auf weltliche Absicherungen, ja auf seine eigene Sicherheit verzichtete, um evangeliumsgemäß sein Leben hinzugeben“, sagte der Papst weiter. „Er war den Armen und seinem Volk nahe. Sein Herz war hingezogen zu Jesus und seinen Brüdern und Schwestern.“

Jesus im Leiden begegnen

Dasselbe gelte für Francesco Spinelli, Vincenzo Romano, Maria Katharina Kasper, Nazaria Ignacia de Santa Teresa „und auch für unseren abruzzischen-neapolitanischen Jungen Nunzio Sulprizio: ein junger, mutiger, demütiger Heiliger, der Jesus im Leiden, im Schweigen und ihn der Hingabe seiner selbst zu begegnen wusste.“ Die Heiligsprechung war zugleich auch ein Höhepunkt der derzeit in Rom tagenden Synode zum Thema Jugend und Unterscheidung der jeweils eigenen Berufung.

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DT/gho