Berlin

Päpstliches Weißbuch für Palliativversorgung vorgestellt

Die Palliativpflege vertrete ein zutiefst religiöses und positives Menschenbild, so der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Vincenzo Paglia, bei der Vorstellung des Weißbuchs in Berlin. Auch der Osnabrücker Bischof Bode äußert sich zuversichtlich.

Bischof Bode lobt Weißbuch zur Palliativversorgung
Durch die Palliativversorgung könne man deutlich machen, dass keiner mit zu starken Schmerzen und auch keiner alleine sterben müsse, sondern in einer ganzheitlichen Begleitung, meint Bischof Bode. Foto: Jens Büttner (ZB)

Die Päpstliche Akademie für das Leben hat ein sogenanntes Weißbuch zur ganzheitlichen Begleitung am Lebensende veröffentlicht. Der Akademiepräsident, Erzbischof Vincenzo Paglia, warb am Donnerstag bei der Vorstellung des „PAL-LIFE-Weißbuches“ in der Berliner Nuntiatur für eine globale Entwicklung und Verbreitung der Palliativversorgung. Es sei ihm „eine Freude, an dieser Stelle ein Weißbuch zu präsentieren, das an die katholischen Universitäten und Krankenhäuser der Welt geschickt werden wird, um die Kenntnis und Praxis der Palliativversorgung zu unterstützen.“ Diesem Anliegen solle das Werk dienen.

Von Experten der Palliativversorgung aus der ganzen Welt erarbeitet

Paglia zeigte sich überzeugt, dass die Palliativpflege ein zutiefst religiöses und positives Menschenbild vertrete: „Diese Sichtweise ist die eigentliche Seele und Stärke der Palliativversorgung.“ Das Weißbuch wurde von Experten der Palliativversorgung aus der ganzen Welt erarbeitet. Es stellt die wichtigsten Empfehlungen für alle gesellschaftlichen Gruppen vor, um Palliativversorgung weiterentwickeln zu können.

Zur Bedeutung der Palliativversorgung äußerte sich der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode gegenüber „katholisch.de“. Seiner Ansicht nach werde die Begleitung Sterbender immer wichtiger, „weil es Menschen gibt, die sehr lange Sterbephasen haben“. Daher würden Gedanken aufkommen, wie beispielsweise: Kann man Leiden verkürzen? Wie ist das mit der Selbstbestimmung über den Tod. „Ich denke, durch die Palliativversorgung können wir deutlich machen, dass keiner mit zu starken Schmerzen sterben muss, weil das ja immer die Angst ist, und auch keiner alleine sterben muss, sondern in einer ganzheitlichen Begleitung.“

Bode: Sterbebegleitung auch Frage der Spiritualität und der Seelsorge

Diese Begleitung hält Bode nicht nur für eine Frage der Medizin, „sondern auch der Spiritualität und der Seelsorge“. Je besser man Menschen palliativ begleiten könne, desto weniger werde die Frage nach einem selbstbestimmten Tod in den Vordergrund rücken.

Das Weißbuch selbst bezeichnete Bode als „sehr konkret“ Es sei ein Anfang, um die bestehende Herausforderung anzugehen. Gleichzeitig betonte der Osnabrücker Bischof, dass Personen und eine „Lobby für das Leben“ vonnöten seien, die sich für die Palliativversorgung einsetzten, auch in der Politik.

DT/mlu/KNA

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