Neuzelle: Brandenburger Kabinett billigt Pläne für Wiederbesiedelung

Eine Verständigung mit dem Bistum Görlitz zur Wiederbesiedelung des früheren Zisterzienserklosters hat das rot-rote Landeskabinett in Potsdam passiert. Die Errichtung erfolgt kirchenrechtlich durch eine Stiftung des katholischen Görlitzer Bischofs, Wolfgang Ipolt.

Kloster Neuzelle
Blick auf das Kloster Neuzelle am 13. Oktober 2017. Foto: Gregor Krumpholz (KNA)

Für die Wiederbesiedelung des früheren brandenburgischen Zisterzienserklosters Neuzelle werden weitere rechtliche Gleise gestellt. Am Dienstag passierte eine sogenannte Verständigung mit dem Bistum Görlitz das rot-rote Landeskabinett in Potsdam. Kulturministerin Martina Münch (SPD) erklärte: "Mit dem Entwurf der Vereinbarung sind wir bei der Wiedererrichtung eines Klosters in Neuzelle einen deutlichen Schritt weiter."

Die Errichtung erfolgt demnach kirchenrechtlich durch eine Stiftung des katholischen Bischofs von Görlitz, Wolfgang Ipolt, der die Zisterzienser-Mönche aus dem österreichischen Stift Heiligenkreuz eingeladen hat. Am 2. September wird in Neuzelle mit sechs Mönchen ein Tochterkloster der Abtei in Form eines Priorats gegründet. Münch zufolge wird der Vereinbarungs-Entwurf nun mit dem Bistum sowie mit dem Stiftungsrat der staatlichen Stiftung Stift Neuzelle final abgestimmt und soll dann von den drei Partnern "zeitnah unterzeichnet werden". Der Stiftungsrat berät den Textentwurf an diesem Mittwoch. Die Minsterin erklärte, die Vereinbarung schaffe die Grundlage dafür, dass die Mönche dauerhaft am Standort bleiben können.

Das Dokument sieht vor, dass die Stiftung Stift Neuzelle dem Bistum Görlitz "das sogenannte Kanzleigebäude nebst einem durch die Unterzeichnenden näher zu bestimmenden Teil des Gartens auf dem Scheibenberg zur dauerhaften Nutzung zur Verfügung" stellt. Darüberhinaus soll eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen werden. Die Stiftung will demnach die Kosten für die Außensanierung des Gebäudes übernehmen, die Kirche trägt die Kosten für die Innensanierung. Für die Nutzung des Gebäudes soll das Bistum Görlitz ein Entgelt an die staatliche Stiftung zahlen. Es soll allerdings mit den Investitionen des Bistums beim Innenausbau des Gebäudes verrechnet werden.

Da das Kanzleigebäude des Klosters Neuzelle derzeit baupolizeilich gesperrt ist, ist mit mehreren Jahren der Sanierung zu rechnen, bevor dort tatsächlich Mönche einziehen können. Derzeit wohnen bereits vier Zisterzienser aus Heiligenkreuz im Pfarrhaus in Neuzelle, zwei weitere sollen im September folgen.