Moschee in ehemaliger Hamburger Kirche wird eröffnet

Erstmals wird ein ehemaliges Gotteshaus aus dem Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu einer muslimischen Gebetsstätte.

Zur Moschee umgebaute Kirche wird eröffnet
Der Umbau der Kapernaumkirche zog sich fast über sechs Jahre hin; der ursprünglich für Oktober 2013 anvisierte Eröffnungstermin musste mehrfach verschoben werden. Foto: Wikicommons

Eine zur Moschee umgebaute Kirche wird in der kommenden Woche in Hamburg eröffnet. Damit wird erstmals ein ehemaliges Gotteshaus aus dem Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu einer muslimischen Gebetsstätte. Das Projekt hatte bei Bekanntwerden im Jahr 2013 für deutschlandweites Aufsehen gesorgt.

Kapernaumkirche war 2002 entwidmet und verkauft worden

Die 1961 erbaute Kapernaumkirche im Stadtteil Horn war 2002 entwidmet und an einen Unternehmer verkauft worden, der sie 2012 schließlich an die als gemäßigt geltende Al-Nour-Gemeinde veräußerte, berichtete die deutsche Katholische Nachrichten-Agentur KNA am Freitag. Der Umbau zog sich fast über sechs Jahre hin; der ursprünglich für Oktober 2013 anvisierte Eröffnungstermin musste mehrfach verschoben werden. Die Kosten von rund fünf Millionen Euro finanzierte die Gemeinde eigenen Angaben nach aus Spenden sowie aus einem Zuschuss des Staates Kuwait in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Das Kreuz auf dem Kirchturm wurde durch den Schriftzug "Allah" ersetzt.

Zum offiziellen Festakt werden Vertreter aus der Politik erwartet

Zu einem offiziellen Festakt am kommenden Mittwoch werden zahlreiche Vertreter von Politik und Religionsgemeinschaften erwartet. Der Einzug der Gemeinde in das neue Gebäude soll wegen eines Wasserschadens aber voraussichtlich erst Ende des Jahres erfolgen. Zu den Freitagsgebeten der Al-Nour-Moschee kommen regelmäßig 2.500 Teilnehmer. Sie finden bislang in einer Tiefgarage im Hamburger Stadtteil Sankt Georg statt. Der dortige Standort soll laut dem Gemeindevorsitzenden Daniel Abdin beibehalten werden.

DT/KAP/KNA

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