Kardinal Sarah: Verwässerung der Lehre lockt Jugendliche nicht an

Kardinal Sarah fordert die Kirche auf, die Lehre mutig zu vertreten und diese nicht zu verwässern, um junge Menschen anzuziehen. Deren Idealismus müsse man mit Respekt begegnen.

Katholische Kirche und Jugend
Kardinal Sarah bezeichnete es als eine charakteristische Eigenschaft junger Leute, idealistisch zu sein und hochfliegende Ziele zu haben. Foto: Felix Heyder (dpa)

Nur weil einige junge Menschen der katholischen Morallehre nicht zustimmen, beispielsweise auf dem Gebiet der Sexualität, bedeutet das nicht, dass die Lehre der Kirche unklar ist oder geändert werden sollte. Wie der britische „Catholic Herald“ berichtet, äußerte diese Ansicht der afrikanische Kurienkardinal Robert Sarah im Rahmen der Jugendsynode im Vatikan.

Christliches Ideal gemäß der Morallehre mutig verteidigen

Die Kirche und ihre Vertreter sollten das christliche Ideal gemäß der katholischen Morallehre mutig verbreiten, anstatt dieses zu verwässern und die Wahrheit zurückzuhalten, um junge Menschen in den Schoß der Kirche zu locken. Sarah, Kardinalpräfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, ging auf persönliche Erfahrungen ein, die er in der Vorbereitung auf die Synode mit Jugendlichen gemacht habe.

Einige erwarteten von der Kirche, dass sie die Lehre in Fragen deutlich vertrete, die ihnen sehr am Herzen liegen. Dazu gehörten unter anderem „Freiheit im Allgemeinen und nicht nur in sexuellen Beziehungen, Gleichbehandlung unabhängig von der sexuellen Orientierung, Gleichheit zwischen Mann und Frau, auch innerhalb der Kirche“.

Sarah: Lehre der katholischen Kirche drückt sich klar aus

Andere wiederum forderten nicht nur eine offene und unvoreingenommene Diskussion, sondern „einen radikalen Wandel, eine regelrechte 180-Grad-Wende der kirchlichen Lehre auf diesen Gebieten“, so Kardinal Sarah.

Der Lehre der katholischen Kirche werde zwar nicht von jedem geteilt, so Sarah weiter, doch niemand könne sagen, dass sie sich nicht klar ausdrücke. Was man jedoch einräume müsse sei, dass manche Priester sich nicht klar genug ausdrückten, wenn sie die Lehre verbreiteten. Daher sei eine sorgfältige Gewissensprüfung vonnöten.

Idealismus charakteristisch für junge Leute

Zudem identifizierte Kardinal Sarah es als eine charakteristische Eigenschaft junger Leute, idealistisch zu sein und hochfliegende Ziele zu haben. Dies sei nicht nur im Privat- und Berufsleben der Fall, sondern auch auf Gebieten wie „Gerechtigkeit, Transparenz im Kampf gegen Korruption und dem Respekt für die Menschenwürde“, so Sarah. Diesen gesunden Idealismus der Jungen dürfe man nicht unterbewerten. Ansonsten erweise man ihn mangelnden Respekt und verschließe die Tür zu einem echten Prozess „des Wachstums, der Reifung und der Heiligkeit“.

DT/mlu

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