Vatikanstadt

Kardinal Barbarin bei Papst Franziskus

Der Lyoner Erzbischof ist gestern von Papst Franziskus im Vatikan empfangen worden. Über den Inhalt des Gesprächs wurde nichts bekannt.

Kardinal Barbarin trifft Papst Franziskus
Papst Franziskus und Kardinal Barbarin im Vatikan, hier bei einer Audienz im Juli 2016. Foto: Giorgio Onorati (ANSA)

Der französische Kardinal Philippe Barbarin ist gestern von Papst Franziskus im Vatikan empfangen worden. Der Heilige Stuhl bestätigte das Treffen, das im Büro des Papstes im Apostolischen Palast stattfand. Über den Inhalt wurde jedoch nichts bekanntgegeben.

Zeitpunkt des Treffens bis zuletzt nicht bekannt

Barbarin, amtierender Erzbischof von Lyon, war am 07. März wegen der Nicht-Anzeige sexueller Vergehen an Minderjährigen durch einen französischen Priester sowie unterlassener Hilfeleistung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Unmittelbar nach dem Urteilsspruch kündigte er, bei Papst Franziskus seinen Rücktritt als Erzbischof einreichen zu wollen, und diesen bald im Vatikan zu treffen. Der genau Zeitpunkt war bis zuletzt unter Verschluss gehalten worden.

Es ist nicht üblich, dass der Vatikan nach einem Treffen mit einem Bischof eine Erklärung veröffentlicht. Franziskus wird wohl weder in den nächsten Tagen noch in den nächsten Wochen eine Entscheidung treffen, ob er den Rücktritt Barbarins ablehnt oder annimmt. DerErzbischof von Lyon erschien in Begleitung von Pater Eric Mouterde, dem Generalvikar des Erzbistums, und Etienne Piquet-Gautier, dem Direktor der Stiftung Saint-Irénée.

Dass Franziskus den Rücktritt Barbarins annimmt, ist nicht sicher

Dass Papst Franziskus den Rücktritt des gallischen Primas annehmen wird, gilt keinesfalls als sicher. Beobachter sähen darin zwar einerseits ein konsequentes Handeln des Papstes in der Missbrauchskrise. Anderseits ist Barbarin bisher nur in erster Instanz von einer weltlichen Justiz verurteilt und werde seinen Anwälten zufolge in Berufung gehen. Es sei daher fraglich, ob der Papst einer endgültigen Verurteilung vorgreifen werde, indem er Barbarin entlässt.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.