Jerusalem: Neuer Abt der Dormitio-Abtei ernennt Prior

Der bisherige Pilgerseelsorger in Tabgha, Pater Matthias Karl, kommt jetzt auf den Zionsberg.

Krypta der Dormitio-Basilika
Krypta in der Dormitio-Basilika in Jerusalem am 22. Oktober 2016. Hier soll nach der Überlieferung Maria, die Mutter Jesu, im Kreise der Jünger gestorben sein. Foto: Harald Oppitz (KNA)

Der bisherige Pilgerseelsorger in Tabgha und Geistliche Leiter des Pilgerhauses, Pater Matthias Karl, ist neuer Prior der Dormitio-Abtei auf dem Jerusalemer Zionsberg. Der im Februar gewählte Abt Bernhard Maria Alter ernannte den aus Bayern stammenden Ordensmann am Sonntag mit sofortiger Wirkung, wie die deutschsprachige Benediktinerabtei mitteilte. Als Prior des zugehörigen Klosters Tabgha am See Genezareth wurde der bisherige Prior, Pater Basilius Schiel, bestätigt.

Übergangsleiter der Dormitio-Abtei war Nikodemus Schnabel. Mit Blick auf die beginnende Pilgersaison rief er zu Besuchen im Heiligen Land auf und erinnerte an die ungeheure Vielfalt des Christentums vor Ort - mit insgesamt 50 Kirchen. In der neuen Ausgabe der Linzer Zeitschrift "Information Christlicher Orient", die vom Hilfswerk ICO (Initiative Christlicher Orient) herausgegeben wird, lud er Christen aus Österreich auch in die Dormitio-Abtei und nach Tabgha ein. "Sie sind mir auch immer herzlich in unseren beiden deutschsprachigen Klöstern willkommen - in der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg im Herzen Jerusalems und im Priorat Tabgha am Nordwestufer des Sees Genesareth. Beides sind kostbare Orte, der Ort der Entschlafung Mariens sowie des Letzten Abendmahls und der Ort der wunderbaren Brotvermehrung." An diesen Orden wollten die Zionsbeg-Bendediktiner "Begegnung zwischen Menschen ermöglichen", und zwar "ohne zu schubladisieren", denn dies sei "etwas, was dieses Land so dringend braucht".

Die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Dormitio-Abtei wurde bei ihrer Einweihung 1906 dem Benediktinerorden anvertraut. Von 1948 bis 1967 stand sie im Niemandsland zwischen Israel und Jordanien und war über Jahre verlassen. Zu der Gemeinschaft gehören nach Abteiangaben derzeit insgesamt 22 Brüder.

DT/KAP