Irischer Exorzistenpater: Abfall vom Glauben steigert Nachfrage nach Befreiung von bösen Geistern

Immer mehr Menschen kämen auf ihn zu, die von bösen Geistern bedrängt würden, meint der irische Exorzist Pat Collins. Den irischen Bischöfen wirft er vor, zu wenig zu unternehmen, um diesen Menschen zu helfen.

Cast Out: The True Story Behind 'The Exorcist'
Den irischen Bischöfen wirft Pater Collins vor, zu wenig zu unternehmen, um bedrängten Menschen zu helfen. Foto: Jim Lo Scalzo (EPA)

Der irische Exorzist Pat Collins stellt in den letzten Jahren einen zunehmenden Abfall vom christlichen Glauben fest. An dessen Stelle setzten sich alle möglichen abergläubischen oder okkulten Vorstellungen, meint der in Dublin geborene Vinzentinerpater im Gespräch mit der „Tagespost“. Mit dem Glaubensverlust einher gehe eine Zunahme der Nachfrage nach Befreiungsgebten, die Collins als „kleine Exorzismen“ bezeichnet. „Auch andere Priester bestätigen, dass die Nachfrage vor allem in den letzten fünf Jahren exponentiell - in ganz Europa - angestiegen ist“, erklärt der Exorzist. Dies sei ein Anzeichen, dass die Menschen heute mehr als in der Vergangenheit von bösen Geistern bedrängt würden.

Wie sich solche von bösen Geistern bedrängten Menschen fühlen, beschreibt Pater Collins folgendermaßen: „Sie beschreiben, was mit ihnen geschieht: dass sie sich innerlich bedrängt fühlen, dass sie einen plötzlichen Drang verspüren, irrationale Dinge zu tun, wie zum Beispiel Suizid zu begehen, ihnen kommen plötzlich schlechte, etwa blasphemische Gedanken in den Sinn.“ Dass einerseits immer mehr Christen nicht mehr an den Teufel glauben, andererseits so viele Menschen meinen, von bösen Geistern heimgesucht zu sein, hält Pat Collins für ein Paradox. Wenn sich Menschen von der Religion abgewendet hätten, führe sie das gerade dazu, mit übernatürlicher Bedrängnis zu tun zu haben.

Den irischen Bischöfen wirft Pater Collins vor, zu wenig zu unternehmen, um bedrängten Menschen zu helfen. Er frage sich, ob die Bischöfe überhaupt noch glauben, dass es einen Teufel gibt. „Sie scheinen das nicht ernst zu nehmen.“ Dabei wäre es jetzt an der Zeit, so der Vinzentinerpater, gewissenhafte Anstrengungen zu unternehmen, um die Menschen von der schädlichen und zerstörerischen Aktivität des Feindes der menschlichen Seelen zu befreien.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 14. Juni.
DT