Irischer Bischof ruft zu neuer Zusammenarbeit mit Regierung auf

Brendan Leahy, Bischof im Bistum Limerick, lobt die Glaubenszeugnisse beim Weltfamilientreffen und ruft zu einem Neustart der Beziehungen zwischen Kirche und Regierung auf.

Irischer Bischof: Kirche muss Volk dienen
Die Missbrauchsfälle und die damit verbundenen Enthüllungen bezeichnete Bischof Leahy als „Blindheit in der Kirche“. Foto: Liam Mcburney (PA Wire)

Brendan Leahy, Bischof im irischen Bistum Limerick, ruft zu einem Neustart der Zusammenarbeit zwischen der katholischen Kirche und der Regierung des Landes auf. Er richte eine bescheidene Bitte an all diejenigen, die mit der Kirche einen „neuen Pakt“ eingehen wollten, wie sich der irische Premierminister Leo Varadkar ausgedrückt habe. „Lasst uns eine Kirche errichten, die der irischen Gesellschaft zu Diensten ist“, äußerte sich Bischof Leahy gegenüber der „Irish Times“.

Kirche soll dem irischen Volk dienen

Leahy stellte klar, dass ein Neustart der Beziehungen mit der Regierung der katholischen Kirche ermöglichen würde, dem irischen Volk zu dienen. Der Bischof von Limerick ging auch auf die Missbrauchskrise innerhalb der katholischen Kirche ein, die Papst Franziskus Ende August bei seinem Besuch in Dublin im Rahmen desWeltfamilientreffens angesprochen hatte.

Die Missbrauchsfälle und die damit verbundenen Enthüllungen bezeichnete Bischof Leahy als „Blindheit in der Kirche“, die nun mit offenen Augen betrachtet werde. Trotz der bedrückenden Vorfälle sei der Glaube aber weiterhin eine Konstante in Irland. Beim Weltfamilientreffen sei dieser Glaube auf großartige Weise zum Ausdruck gekommen. In einer Zeit, in der die meisten davor zurückscheuten ihren Glauben öffentlich zu zeigen, hätten die Menschen in jenen Tagen „wie entfesselt“ gewirkt. „Die Freiheit und die Freude, mit der sie zelebrierten, ein Teil von Gottes Reich zu sein, war bemerkenswert“, so Leahy.

Kirche bei Aufarbeitung von Missbrauch kooperationsbereit

Dies sei zwar kein Ausgleich für das bösen Taten, die begangen worden seien. Dennoch dürfe man die Zukunftsaussichten der Kirche nicht nur im Licht der jüngsten Skandale sehen. Zudem habe die Kirche beim Schutz von Kindern große Schritte gemacht. Leahy betonte abermals die Kooperationsbereitschaft der Kirche bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle.

Das Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und der irischen Regierung war in letzter Zeit ein gespanntes. Erst im Mai stimmten die irischen Bürger dafür, den achten Verfassungszusatz abzuschaffen und somit Abtreibungen zu legalisieren. Zudem kündigte Premierminister Varadkar an, dass auch katholische Kliniken im Land Abtreibungen durchführen müssten.

DT/mlu

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