Gegner von Hamburger Schulschließungen im Vatikan empfangen

Katholiken im Erzbistum Hamburg kämpfen weiterhin für den Erhalt mehrerer von der Schließung bedrohten katholischen Schulen in Hamburg. Die Initiatoren einer Unterschriftenaktion gegen die angekündigten Schließungen waren nun zu Gesprächen im Vatikan.

Entscheidung des Erzbistums zu katholischen Schulen
ARCHIV - 24.02.2018, Hamburg: Ein Junge hält bei einer Demonstration auf dem Rathausmarkt für den Erhalt von 21 katholischen Schulen ein Plakat mit der Aufschrift "Rettet unsere Schule" in die Höhe. Die Gesamtelternvertretung und die Initiative "Rettet 21" haben zu einer Kundgebu... Foto: Axel Heimken (dpa)

Katholiken im Erzbistum Hamburg kämpfen weiterhin für den Erhalt mehrerer von der Schließung bedrohten katholischen Schulen in Hamburg. Auf Einladung des Heiligen Stuhls durfte Pascal Landahl, Vertreter der Hamburger Initiative gegen die Schulschließungen, über die Pfingsttage in Rom und im Vatikan Gespräche an verschiedenen Institutionen der katholischen Kirche führen. Der Austausch habe in offener und konstruktiver Atmosphäre stattgefunden, erklärte Landahl in einer Pressemitteilung. Er hoffe, dass Rom die Entscheidung des Erzbistums überprüfen und gegebenenfalls korrigieren werde.

Bei den Gesprächen sei deutlich geworden, dass die Kirchenvertreter über die gegenwärtige Situation im Erzbistum Hamburg gut informiert und ein einer nachhaltigen und tragfähigen Lösung interessiert seien. Im Januar hatte das Erzbistum Hamburg auf Grundlage eines bisher nicht öffentlichen Gutachtens der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Ernst & Young“ beschlossen, bis zu acht katholische Schulen in Hamburg zu schließen. Grundlage für die Entscheidung ist laut Erzbistum die Feststellung, dass die Schulen „wirtschaftlich nicht tragfähig“ seien.

Aufgrund der schwerwiegenden existentiellen Krise, in der sich das Erzbistum inzwischen befindet, haben sich einige Katholiken dazu entschlossen, sich an den Papst und den Heiligen Stuhl als oberste Instanz der katholischen Kirche zu wenden. Dies hat bereits Wirkung gezeigt: Über 20 000 Unterschriften wurden für einen Brief an Papst Franziskus gesammelt. Daraufhin empfing der Apostolische Nuntius, Botschafter des Papstes, Vertreter der Hamburger Initiative im Vatikan.

Landahl und die Katholiken, die für den Erhalt der Hamburger Schulen kämpfen, argumentieren, dass eine Schließung der christlichen Lehre „diametral entgegen“ stehe. „Die Kirche nimmt durch den Unterricht und die Erziehung ihren Auftrag wahr, den Glauben zu verkünden, christliche Werte zu lehren und zu leben sowie sich den Schwächsten der Gesellschaft zuzuwenden, wodurch auch ein wesentlicher Beitrag für die Hamburger Gesellschaft geleistet wird“, heißt es in der Erklärung. Daher sei es umso erschreckender, dass gerade in sozial schwachen Stadtteilen Hamburgs katholische Schulen geschlossen werden sollen.

DT/mlu