Die neue Missbrauchsstudie wirft Fragen auf

Für die Deutsche Bischofskonferenz bietet die Missbrauchsstudie wertvolle Informationen. Doch das umfangreiche Papier liefert nicht nur Antworten zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland.

Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz
Unter den im Forschungsbericht genannten Fällen sind längst nicht alle eindeutig erwiesen. Die Studie selbst erklärt, warum die Zahlen differenziert zu betrachten sind. Foto: Arne Dedert (dpa)

Die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) stand ganz im Zeichen einer der „dunklen Seiten des Lebens der ganzen Kirche“, wie es der Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, in Worte fasste. Am Dienstag wurde in Fulda die lange erwartete Studie zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker in Deutschland vorgestellt.

Studie förderte bedrückende Zahlen zutage

Die nach einem Forscherkonsortium aus Mannheim, Heidelberg und Gießen benannte MHG-Studie förderte bedrückende Zahlen zutage: 3 677 Kinder und Jugendliche sollen seit 1946 durch sexuellen Missbrauch in der Kirche betroffen worden sein, 1 670 Kleriker wurden dieser Taten beschuldigt. Dies sei eine „untere Schätzgröße“, gab Studienleiter Professor Harald Dreßing dabei zu bedenken. Es gebe ein „beträchtliches Dunkelfeld“.

Nicht nur mit dieser Aussage werfen die Forscher allerdings weitere Fragen auf. Denn unter den im Forschungsbericht genannten Fällen sind längst nicht alle eindeutig erwiesen. Die Studie selbst erklärt, warum die Zahlen differenziert zu betrachten sind. Auch die von den Wissenschaftlern ermittelten Risikofaktoren in der Kirche dürften nicht ohne weitere Debatten bleiben.

Die drängendste Frage: Was hat aus dem Forschungsbericht zu folgen?

Die für die Bischöfe drängendere Frage ist nun, was aus dem Forschungsbericht zu folgen hat. Mehrfach hatten sie darauf hingewiesen, dass die wissenschaftliche Untersuchung keine Aufarbeitung des Geschehens darstelle. Diese liegt in der Verantwortung der Bischofskonferenz. Wie sie damit künftig umgehen wollen, haben die deutschen Bischöfe in Fulda zumindest anklingen lassen.

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DT/kim