"Die größte Herausforderung des Jahres"

Bischof Voderholzer spricht in der Jahresschluss-Messe über die Notwendigkeit, verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen.

Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt zum Jahresabschluss
Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt zum Jahresabschluss. Foto: Bistum Regensburg / Julia Wächter.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat in der Jahresschluss-Messe an Silvester 2018 im Blick auf die Zukunft der Kirche auch das schwierige Thema Missbrauch angesprochen und dessen spirituelle Dimension betont.

Missbrauchsskandal "die größte Herausforderung des Jahres"

Wer Kindern und Jugendlichen sexuelle Gewalt antue und damit ihre Selbstbestimmung missachte, versündige sich „nicht nur an ihrem Leib, sondern auch an ihrer Seele, verstellt ihnen den Blick auf Jesus den Christus und seinen Vater“, sagte der Bischof in seiner Predigt. „Ohne Zweifel“ sei es „die größte Herausforderung des kommenden Jahres und wohl noch darüber hinaus“, so Voderholzer, „das im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal verlorengegangene Vertrauen wiederzugewinnen; und zwar nicht um des persönlichen Ansehens oder des Ansehens der Kirche willen, sondern um der Botschaft willen, für die wir stehen“.

Wie kann die Kirche verlorenes Vertrauen wiedergewinnen?

Verlorenes Vertrauen wieder zu erlangen, werde „nur dann gelingen, wenn wir bei aller gebotener Demut und den notwendigen Selbstbezichtigungen nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass die katholische Kirche die erste und bislang noch immer einzige Institution der Zivilgesellschaft in Deutschland ist, die sich dieses großen gesellschaftlichen Problems in ihren eigenen Reihen schonungslos stellt und an sich arbeitet“.

Ursache des Missbrauchs: "Notorische Missachtung" der katholischen Sexualmoral

„Kenner der Situation in Deutschland“ seien der Auffassung, so der Regensburger Bischof, dass „es heute keinen sichereren Ort für Kinder in Deutschland als die Einrichtungen der katholischen Kirche“ gebe, ein Umstand, der auf die „Maßnahmen seit 2002 und verstärkt seit 2010“ zurückgehe. Als „völlig kontraproduktiv“ und „durchsichtig“ bezeichnete Bischof Voderholzer das Vorhaben, „den Missbrauch nun zu instrumentalisieren, um lange schon verfolgte kirchenpolitische Ziele jetzt durchzudrücken“. Bischof Voderholzer stellte in diesem Zusammenhang klar, dass es „nicht die katholische Sexualmoral“ gewesen sei, „die zu den zu beklagenden Verbrechen führte“, sondern vielmehr „deren notorische Missachtung“.

DT (jobo)

Verpassen Sie nichts aus unserer vollständigen Berichterstattung zur Debatte um McCarrick und dem Missbrauchsskandal. Einfach hier kostenlos anmelden.