Aus für deutsche Trappisten-Abtei Mariawald in der Eifel

Engelszell in Oberösterreich bald einziges verbliebenes Männer-Trappistenkloster im deutschsprachigen Raum.

Abtei Mariawald
Abtei Mariawald - das einzige Kloster der Trappisten Mönche in Deutschland mitten im Nationalpark Eifel nahe Heimbach. Foto: KNA

Das oberösterreichische Stift Engelszell ist schon bald das letzte verbliebene Männerkloster der Trappisten im deutschsprachigen Raum. Die zuständige Abtei Koningshoeven im niederländischen Tilburg teilte am Dienstag offiziell mit, dass das einzige Trappistenkloster Deutschlands, Mariawald in der Eifel, noch in diesem Jahr geschlossen werden soll. Grund dafür sei Nachwuchsmangel. Die vatikanische Ordenskongregation habe die Auflösung beschlossen, hieß es. Der Konvent sei mit durchschnittlich 84 Jahren überaltert und könne sich nicht mehr selbst versorgen.

Die verbliebenen zehn Mönche werden auf andere Abteien verteilt oder siedeln in ein Seniorenheim in der Region über; der älteste ist 94 Jahre alt. Für die Gebäude inklusive der Kirche werde noch nach einer Lösung gesucht, hieß es. Für die zwölf Angestellten der Abtei sei ein Sozialplan erstellt. Neben Stift Engelszell verbleiben nach dem Aus für Mariawald im deutschsprachigen Raum noch zwei Frauenklöster der Trappisten: Maria Frieden in Dahlem in der Eifel und Gethsemani im nordpfälzischen Dannenfels.

Die Trappisten bezeichnen sich als "Zisterzienser der Strengeren Observanz"; sie entstanden im 17. Jahrhundert im französischen La Trappe als ein Reformzweig der Zisterzienser. Diese, benannt nach dem 1098 gegründeten Kloster Citeaux bei Dijon, gehören ihrerseits schon zu den strengen Orden der katholischen Kirche. Seit 1892 sind die Trappisten kirchenrechtlich eigenständig.

In Mariawald in der Eifel endet aber nicht nur eine lange Klostertradition. Gescheitert ist auch ein Versuch, der Tradition durch die Tradition auf die Sprünge zu helfen - der in der Summe wohl mehr Unfrieden als Frieden gebracht hat. Schon lange war die kleine Gemeinschaft von Mariawald überaltert. Zum Hoffnungsträger wurde Josef Vollberg, der 1986 als Spätberufener ins Kloster eintrat und 2005/06, noch vergleichsweise jung, mit 42 Jahren zum Abt gewählt wurde.

Auf seinen Wunsch hin erlaubte Papst Benedikt XVI. (2005-2013) Mariawald 2008 als erster deutschsprachiger Abtei, zur alten vorkonziliaren lateinischen Liturgie und zur traditionellen Regel des Trappistenordens zurückzukehren - eine Frucht der Versuche Benedikts, die Kirche des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) mit den traditionalistischen Gegnern des Konzils und den Anhängern der lateinischen Messe zu versöhnen.

In Mariawald teilten aber offenbar nicht alle Brüder diese Neuausrichtung; durch die Gemeinschaft verlief ein Riss. Die Versuche, neue Mitglieder zu gewinnen, liefen unterdessen ins Leere; erst im vergangenen Jahr gingen zwei Novizen wieder. Durch Sterbefälle sank die Zahl der Mönche weiter, schließlich unter die für eine eigenständige Abtei nötigen zwölf.

Schon im Mai 2016 fand eine Visitation (Überprüfung) durch den Abt von Koningshoeven, Bernardus Peeters, und den Abt des englischen Trappistenklosters Mount Saint Bernard statt. Vollberg erklärte im Oktober 2016 seinen Rücktritt als Abt. Seitdem amtiert von Koningshoeven aus Bernardus Peeters als Abt.

KAP - Alexander Brüggemann / jbj