Algermissen: Kirche hat friedlicheren Umgang miteinander nötig

Der Respekt vor der Würde des anderen Menschen werde mitunter in beschämender Weise von Angriffslust und verbaler Aufrüstung verdrängt, kritisiert der emeritierte Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen.

Algermissen kritisiert Umgangston in der Gesellschaft
„Tatsächlich haben wir uns einen Ton angewöhnt, der nicht mehr gerechtfertigt werden kann, unerträglich ist“, so der emeritierte Fuldaer Bischof Algermissen. Foto: KNA

Der emeritierte Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen kritisiert den allgemeinen Umgangston in der Gesellschaft. „Tatsächlich haben wir uns einen Ton angewöhnt, der nicht mehr gerechtfertigt werden kann, unerträglich ist“, schreibt Algermissen in einem Beitrag für die „Tagespost“. Der Respekt vor der Würde des anderen Menschen werde mitunter in beschämender Weise von Angriffslust und verbaler Aufrüstung verdrängt.

Algermissen: Auch in der Kirche verstärkt verbale Rundumschläge

Auch die Kirche mache in dieser Hinsicht keine Ausnahme, so der emeritierte Fuldaer Bischof. „Auch in deren Auseinandersetzungen nehme ich verstärkt verbale Rundumschläge wahr.“ Algermissen führt folgendes Beispiel an: „Der notwendige Versuch, hinsichtlich der Missbrauchsfälle aufzuklären, gipfelte vor kurzem indes in der maßlosen Unterstellung eines katholischen Bischofs, der allen Ernstes behauptete, ,Machtmissbrauch gehöre zur DNA-Struktur der Kirche'.“ Im Klartext hieße dies, so Algermissen, Missbrauch wäre deren Wesensmerkmal. Derart medienwirksame Worte hätten eine fatale Wirkung.

Algermissen fordert dazu auf, einander wieder mehr zuzuhören

Algermissen fordert dazu auf, einander wieder mehr zuzuhören. „Hören ist mehr als nur die Fähigkeit, akustische Signale zu vernehmen, viel mehr als etwa nur das Heraushören dessen, was man immer schon weiß oder rechthaberisch behauptet.“ Dies führe zur Inflation der ermüdenden Wortmeldungen unserer Tage, „zum Gerede als Imponiergehabe, das so viel Unheil anstiftet“. Der Versuch, besser aufeinander zu hören, ist für Algermissen somit ein „Zukunftsprojekt“ für einen friedlicheren Umgang miteinander in Gesellschaft und Kirche.

Warum der emeritierte Fuldaer Bischof Algermissen davor warnt, dass sich verbale Gewalt in tatsächliche Gewalt verwandeln kann, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 17. Januar 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT