Wien

Abt von Heiligenkreuz: Priestermangel nicht „unabänderlich“

Die Kirche lebe aus einer Hoffnung, die der Herr zugesagt habe, so Maximilian Heim, Abt des Zisterzienserstifte Heiligenkreuz. Gleichzeitig betonte er, dass er keine Berufung als selbstverständlich betrachte.

Abt von Heiligenkreuz zu Priesterberufungen
Heim wies zudem darauf hin, dass er keine Berufung als Selbstverständlichkeit nehme. Ihm sei daran gelegen, dass man Berufungen fördere, indem man sie willkommen heiße. Foto: Rolf Haid (dpa)

Der Abt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz bei Wien, Maximilian Heim, hält den Priestermangel nicht für ein unabänderliches Schicksal. „Wer so denkt, der hat keine christliche Hoffnung mehr“, erklärte Heim in einem Vortrag für die Unterstützer der Abtei. Darüber hatte zuerst das Nachrichtenportal „kath.net“ berichtet.

Heim: Keine Umstrukturierungen "im Sinn einer Mangelverwaltung"

Vehement sprach sich Heim gegen Umstrukturierungen „im Sinn einer Mangelverwaltung“ aus. Die Kirche sei kein Wirtschaftskonzern, so der Abt des Zisterzienserstiftes, „sondern wir sind eine Kirche, die aus einer Hoffnung lebt, die nicht von uns kommt, die nicht wir uns selber machen, sondern die uns der Herr zugesagt hat“. Die größte Zusage sei sein Wort sowie die Eucharistie selbst.

Heim wies zudem darauf hin, dass er keine Berufung als Selbstverständlichkeit nehme. Ihm sei daran gelegen, dass man Berufungen fördere, indem man sie willkommen heiße. „Wir freuen uns, dass es Berufungen gibt, die nicht von uns kommen, sondern die der Herr schenken will.“ Gleichzeitig müsse man Berufungen aber auch ein „Saatbeet“ bereiten, in dem diese wachsen könnten.

Beste Werbung für Priesterausbildung: glückliche Priester

Die beste Werbung für die Priesterausbildung sind nach Heims Ansicht glückliche Priester. Wer als Priester nur in einer Hoffnungslosigkeit in die Welt hineinblicke, habe seine Berufung als Priester schon fast verloren. Dies bedeute jedoch nicht, so der Abt, dass auch Depressionen einen Priester packen könnten. Als Beispiel nannte er das Schicksal der heiligen Mutter Teresa, die einiges „durchgemacht“ habe.

Gleichzeitig habe sie es geschafft, auf eine wunderbare Weise den Menschen ein übernatürliches Lächeln zu schenken. „Weil sie wusste, nicht mein inneres Empfinden ist das, was letztlich mein Wesen ausmacht, sondern mein Wesen wird dadurch geformt, dass ich von Gott geliebt bin und seine Liebe in diese Welt hineintragen muss.“ Dies sei entscheidend, und dazu sei der Priester auch heute gerufen und gesendet.

DT/mlu

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