Nordkorea: 300 000 Christen grausam verfolgt

Christen als Bürger einer "feindlichen Klasse": Wer beim Gebet oder beim Lesen der Bibel erwischt wird, droht in dem diktatorischen Regime Folter, Arbeitslager oder sogar die Hinrichtung.
Kim Jong Un
Foto: Wong Maye-E (AP) | Christen werden unter der Herrschaft Kim Jong-uns als Bürger einer "feindlichen Klasse" betrachtet.

In Nordkorea werden rund 300 000 Christen von dem Regime grausam verfolgt. Das berichtet die Bild-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 1. April. Das Blatt schildert aus Anlass des Osterfestes die Situation der Christen in dem kommunistischen Land. Wer dort beim Gebet oder beim Lesen der Bibel erwischt werde, dem drohe Folter, Arbeitslager oder sogar die Hinrichtung. „Wenn Eltern auf frischer Tat ertappt werden, kommen sie in Arbeitslager und sehen ihre Kinder nie wieder“, schreibt das Blatt. In den Lagern herrschten Folter und Hunger. Ehemalige Insassen berichteten, dass die Gefangenen teilweise aus Verzweiflung Lehm essen.

Weiter schreibt die Zeitung, im nordkoreanischen Klassensystem „Songbun“ werde jedem Bürger eine Rangordnung in der Gesellschaft zugewiesen. Christen würden in Nordkorea als „feindliche Klasse“ behandelt und in abgelegene Dörfer verbannt. „Dabei muss man nicht einmal selber gläubig sein, um als Klassenfeind abgestempelt zu werden. Es reicht, wenn die Eltern oder Großeltern als Christen bekannt waren.“ Das Hilfswerk „Open Doors“ sehe in Nordkorea bereits seit 16 Jahren das Land mit der extremsten Christenverfolgung der Welt.

DT/idea

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