Neue Instrumente zur Kirchendisziplin gesucht

Canterbury (DT/KNA) 670 anglikanische Bischöfe haben auf der Lambeth-Konferenz in Canterbury über neue einheitsstiftende Strukturen diskutiert. Eine Reformkommission hochrangiger Bischöfe schlug am Montag die Schaffung eines „Pastoral-Forums“ vor, das unter der Leitung des Erzbischofs von Canterbury bei „pastoralen Anomalien“ schnell handeln soll. Die „Windsor Continuation Group“ forderte, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, die Bischofsweihe von Homosexuellen und die Schaffung kirchlicher Substrukturen durch Überläufer-Gemeinden sofort zu stoppen. Die Arbeitsgruppe wurde im Februar vom Ehrenprimas der Anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, zur Fortführung des sogenannten Windsor-Reports gegründet. Dieser hatte 2004 die drei Moratorien gefordert, die im jetzigen Bericht erneut als Bedingung zur Verhinderung einer Spaltung genannt werden. Da bislang die drei Moratorien weder vom konservativen noch vom liberalen Kirchenflügel eingelöst wurden, soll die neue Institution über Sanktionsmittel verfügen, um die Einheit der Anglikaner weltweit zu garantieren. Kommissionsleiter Bischof Clive Handford erläuterte, nicht den Rücktritt von Robinson erzwingen zu wollen. Es gehe um künftige Weihen. In Bezug auf konservative Überläufergemeinden und -bistümer, die sich von ihrer liberalen Kirchenprovinz lossagten, soll das „Pastoral Forum“ eine Übergangsstruktur gewährleisten, bis die Konflikte ausgestanden sind.

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