Navarro-Valls: Johannes Paul II. hatte keine Kenntnis

Rom (DT/KNA) Der frühere Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls nimmt Papst Johannes Paul II. (1978–2005) gegen Vorwürfe im Missbrauchsskandal in Schutz. Es entspreche nicht den Tatsachen, dass das damalige Kirchenoberhaupt das Ausmaß der Missbrauchsfälle in der Kirche unterschätzt oder vertuscht habe, sagte Navarro laut katholischer italienischer Tagezeitung „Avvenire“ (Donnerstag). Im Fall des Gründers der „Legionäre Christi“, Marcial Maciel Degollado (1920–2008), sei das kirchenrechtliche Verfahren noch unter dem polnischen Papst eröffnet worden, erläuterte Navarro, der von 1984 bis 2006 Vatikansprecher war. Der mexikanische Priester Maciel war wegen sexuellen Missbrauchs von Seminaristen und wegen unehelicher Kinder in die Schlagzeilen geraten. Seine Ordensgemeinschaft distanzierte sich im März 2010 von ihm. Navarro betonte weiter, es sei Johannes Paul II. gewesen, der dem Wiener Kardinal Hans Hermann Groer (1919–2003) nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen 1995 Christoph Schönborn als Koadjutor zur Seite gestellt habe.

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