Mystikerin im Karmel

Zum Gedenkder heiligen Teresa Margareta vom Heiligen Herzen Jesu am 7. März. Von Katrin Krips-Schmidt

Das kurze Leben einer Unbeschuhten Karmelitin, die zu den großen italienischen Mystikerinnen gehört, steht heute im Mittelpunkt dieser Reihe. Teresa Margareta vom Heiligen Herzen Jesu erblickte als Tochter einer Adelsfamilie in Arezzo in der Toskana am 15. Juli 1747 das Licht der Welt. Sie wurde auf den Namen Anna Maria Redi getauft. Mit 17 Jahren trat sie in den Karmel in Florenz ein und empfing am 11. März 1765 das Ordenskleid. Schwester Teresa arbeitete in der Sakristei und auf der Krankenstation, und sie legte sich im Verborgenen so manche Übung der Askese auf. So schlief sie auf dem Fußboden und bei großer Kälte bei geöffnetem Fenster. Schon zu Lebzeiten wurde sie wegen ihrer Demut und Tugendhaftigkeit verehrt.

Am 7. März 1770 starb Schwester Teresia an den Folgen eines inneren Abszesses, der aufgebrochen war. Bei ihrem Tod befand sich ihr Körper bereits im Zustand der Zersetzung, sodass ihre Mitschwestern schon Angst hatten, er würde vor dem Begräbnis verwest sein, sodass man ihn nicht mehr am Gitter des Sprechzimmers zeigen könne, wie es damals Brauch war. Doch am nächsten Tag kehrte sich dieser Prozess um, und drei Tage später sah die Heilige aus, als würde sie schlafen. Die bei der Beerdigung Anwesenden berichteten von einem angenehmen Duft, den der Leichnam verströmte. Am 19. März 1934 wurde die Karmelitin durch Papst Pius XI. heiliggesprochen.

Teresia Benedicta vom Kreuz, die heilige Edith Stein, die 1934 als Postulantin im Karmel Maria vom Frieden in Köln-Lindenthal lebte, verfasste eine Biografie über die Heilige. Darin heißt es über den damals noch bevorstehenden Akt der Heiligsprechung: „Sie war wie eine Lilie, die sich in einer stillen Niederung erhebt; geschützt vom Sturm und im warmen Sonnenlicht entfaltet sie ihre wunderbare Blüte. Ihr durchdringender und süßer Geruch schlug jeden in Bann, der mit ihr lebte. Sogar nach ihrem Tode hat er sich nicht verflüchtigt, sondern verbreitete sich weiter und weiter und nun wird er die ganze Kirche erfüllen.“

Der Glasschrein mit dem unverwesten Leib der Heiligen befindet sich im Chor der Karmelitinnen von St. Teresa in Florenz.

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