Muslima: Kreuz und Kopftuch nicht in einen Topf werfen

Seyran Ates, Geschäftsführerin der Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, warnt auf dem Katholikentag vor einem falschen Toleranzverständnis. Auch wo keine religiöse Diskriminierung geschehe, kämpfe „eine bestimmte muslimische Ecke“.
Moscheegründerin Ates fordert Neuanfang bei Islam-Institut
Foto: Daniel Karmann (dpa) | Warnt vor einem falschen Toleranzverständnis: die deutsche Rechtsanwältin Seyran Ates.

Seyran Ates, Geschäftsführerin der Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, hat auf dem Katholikentag vor einem falschen Toleranzverständnis gewarnt. Die deutsche Rechtsanwältin türkischer und kurdischer Abstammung sagte am Freitag in Münster, die Muslime rängen in Europa um Anerkennung. „Als Muslima finde ich es sehr problematisch, dass im Namen der Religionsfreiheit von bestimmten Muslimen immer mehr eingefordert wird, dass Kinder im Kindergarten Kopftuch tragen und Jungs der Lehrerin nicht die Hand geben sollen“. Auch wo keine religiöse Diskriminierung geschehe, kämpfe „eine bestimmte muslimische Ecke“. Das empfinde sie als „überbordend“.

Als Beispiele nannte Ates Schulen, in denen kein Schwimmunterricht mehr stattfinde und während des Ramadan keine Klausuren geschrieben würden, weil Kinder fasteten. In Europa werde im Namen des Islams immer mehr Religionsfreiheit eingefordert „von Menschen, die die Religionsfreiheit anderer nicht akzeptieren“. Die Deutschen müssten genau hinsehen, ob sie nicht im Namen einer vermeintlichen Religionsfreiheit „viel von unseren verfassungsrechtlich verankerten Rechten und Werten weggeben“, warnte die Juristin. Wenn aus einer linken feministischen Ecke für das Kopftuch gekämpft werde, frage sie sich, wo die Christinnen seien, die für das Kreuz kämpfen sollten beziehungsweise sich dagegen wehrten, dass „Kreuz und Kopftuch in einen Topf geworfen werden.“ Diese Diskussion laufe „schräg und schief“.

DT/reg

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