Missionarin in Nordamerika

Zum Gedenktag der heiligen Rose Philippine Duchesne am 18. November

Von Katrin Krips-Schmidt

Die Wegbereiterin für den katholischen Glauben in Amerika, die heilige Rose Philippine Duchesne, kam am 29. August 1769 in Grenoble in Frankreich zur Welt. Sie war die Tochter eines prominenten Rechtsanwalts. Erzogen von den Schwestern von der Heimsuchung Mariens in ihrer Heimatstadt, fühlte sie sich schon früh zu einem geweihten Leben im Ordensstand berufen. Gegen den Willen ihrer Angehörigen trat sie mit neunzehn Jahren in den Konvent als Postulantin ein. 1791 wurden infolge der dramatischen Verfolgungen durch die Französische Revolution Orden aufgelöst und Klöster geschlossen. Philippine musste den Konvent verlassen. Bis sich die Situation im Land wieder beruhigt hatte, bot sie den von den antireligiösen Kräften verfolgten Geistlichen Unterschlupf und sorgte sich um politische Gefangene.

Die heilige Madeleine Sophie Barat (1779–1865), die gerade die Gesellschaft vom Heiligen Herzen Jesu (Sacré-Coeur-Orden) ins Leben gerufen hatte, bot der mutigen Philippine und vier weiteren Gefährtinnen an, Mitglied ihrer Gemeinschaft zu werden. Am 31. Dezember 1804 legte die 35-Jährige ihre Gelübde ab. 1818 brach sie gemeinsam mit drei Mitschwestern als Missionarin in die „Neue Welt“ auf. Zehn Wochen dauerte die Überfahrt nach New Orleans. Mit einem Dampfschiff gelangten die Ordensschwestern schließlich nach St. Louis und siedelten sich in St. Charles am Missouri an. Philippine und ihre Begleiterinnen hackten sich ihr Brennholz alleine, misteten die Ställe aus, melkten die Kühe und pflanzten ihr eigenes Gemüse an. Philippine konnte zwar kein Englisch, lernte diese Sprache auch nie, eröffnete jedoch eine Schule in St. Charles und weitere Schulen für Indianer sowie ein Noviziat der Gesellschaft vom Heiligen Herzen Jesu. Im Alter von 72 Jahren verbrachte sie noch ein Jahr der Mission im Reservat des Indianerstamms der Potawatomi, die sie, obwohl sie deren Stammessprache nicht beherrschte, begeistert aufnahmen.

Mit 83 Jahren starb die Missionarin der Amerikaner und der Indianer, die von den Potawatomi „die Frau, die immer betet“ genannt wurde, am 18. November 1852 in Saint Charles. Seliggesprochen wurde sie am 12. Mai 1940 von Papst Pius XII. Papst Johannes Paul II. nahm sie am 3. Juli 1988 in den Kreis der Heiligen auf. Als während ihres Seligsprechungsprozess ihr Grab geöffnet wurde, fand man ihre sterblichen Überreste unverwest vor.

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