Maria Radna erstrahlt in neuem Glanz

Kardinal Meisner leitete Neueröffnung von Basilika und restauriertem Kloster in der westrumänischen Diözese Temeswar

Maria Radna (DT/TS) Eine der bekanntesten Wallfahrtskirchen Rumäniens, die Basilika am Gnadenort Maria Radna, erstrahlt in neuem Glanz. Sie war in ihrer Bausubstanz bedroht. Während der kommunistischen Zeit, in der Orden und Wallfahrten verboten waren, war auch das angegliederte Kloster verfallen. Renoviert dient es jetzt als Tagungszentrum und beherbergt ein Museum. Kardinal Joachim Meisner, der emeritierte Erzbischof von Köln, leitete am Sonntag als päpstlicher Legat im Auftrag von Papst Franziskus die festliche Liturgie zur Einweihung der frischrenovierten Banater Pilgerkirche Maria Radna. Wörtlich sagte Kardinal Meisner in seiner Predigt: „Aus den marianischen Gebetszentren, also den Wallfahrtsorten, fließen der Kirche jene übernatürlichen Kräfte zu, um die großen Herausforderungen der Kirche in Ost und West und Nord und Süd anzugehen und zu bewältigen – und zwar nicht nur zu bewältigen mit ,Ach und Krach‘, sondern auch ein wenig mit Glanz und Gloria. Ein solches europäisches geistliches Zentrum ist Maria Radna.“

Die großangelegte Sanierung des Kirchenkomplexes wurde durch Fördermittel der Europäischen Union und eine Unterstützung von Renovabis in Höhe von 400 000 Euro möglich. Die Messe in Maria Radna wurde mehrsprachig gefeiert, weil Pilger aus vielen Ländern kamen: Ungarn, Rumänen, Deutsche, Kroaten, Bulgaren, Slowaken, Tschechen und Italiener. Im Rahmen des Sanierungsprojekts wurde der Platz vor der Basilika modernisiert, sodass dieser bei größeren Wallfahrten, Feierlichkeiten und Messen genutzt werden kann. Neu gestaltet wurde auch der Innenhof des Klosters. Erneuert wurde die Wasser- und Elektrizitätsversorgung des gesamten Komplexes und die Heizanlage, der Treppenaufgang zur Basilika sowie der Eingang zum Kloster. Ein Parkplatz und ein spezieller Aufzug für Rollstuhlfahrer entstanden ebenfalls.

Im Klostergebäude wurden Ausstellungsräume, eine Bibliothek, ein Museum sowie Konferenzräume geschaffen. Die Pfarrei wird weiterhin hier ihren Sitz haben und einige Unterkünfte anbieten können. Auch ein touristisches Informationszentrum ist entstanden. Der Nordwest-Trakt des Klosters wird auf drei Etagen ein Wallfahrtsmuseum beherbergen. Maria Radna als Wallfahrtsort der Banater Schwaben, aber auch aller anderen katholischen Gläubigen aus dem Banat, soll seinen symbolhaften Charakter beibehalten. Das Marienheiligtum ist ein Ort vieler Tränen, aber auch vieler erhörten Gebete. Etliche Priester verdanken ihre Berufung der Gottesmutter von Radna. Es ist ein Herzstück katholischen Glaubens im Südosten Europas und vielen Menschen dort wichtiger Stütz- und Bezugspunkt.

Die Wallfahrtskirche mit dem Franziskanerkloster wurde 1723–1820 errichtet. Die erste Wallfahrt wurde 1709 abgehalten. Bereits 1750 erkannte die Kirche Maria Radna offiziell als Wallfahrtsort an. Papst Johannes Paul II. verlieh der Kirche 1992 den Titel einer Basilika Minor. Das barocke Gnadenbild von Maria Radna stammt aus Bassano del Grappa in Italien. Als die ursprüngliche Kirche 1695 von den osmanischen Truppen niedergebrannt wurde, blieb das Gnadenbild unversehrt. Seither schreiben Gläubige dieser Ikone Wunderkräfte zu. Nach der „Rumänischen Revolution“ von 1989 stiegen die Pilgerzahlen der traditionellen Wallfahrt wieder an.

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