Märtyrer in Dachau

Zum Gedenktag des seligen Josef Zaplata und seiner 107 Gefährten am 19. Februar. Von Katrin Krips-Schmidt

Stellvertretend für all die Katholiken, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft ihr Blutzeugnis für Christus in Polen ablegten, sei heute an den seligen Josef Zaplata erinnert, der gemeinsam mit drei Bischöfen, 52 Diözesanpriestern, 26 Ordenspriestern, drei Priesteramtskandidaten, sechs weiteren Laienbrüdern, acht Ordensschwestern und neun Laienchristen zur Zielscheibe des antichristlichen Terrors wurden. Sie alle dienten Christus und der Kirche auf unterschiedliche Weise, was zu ihrer Verfolgung, Gefangennahme und zu ihrem Tod vor allem in den Konzentrationslagern von Dachau, Auschwitz, Sachsenhausen und anderswo führte. Die standhaften Christen starben, weil sie ein besonderes Amt in der Kirche bekleideten oder weil sie Juden versteckten oder verteidigten oder weil sie sich bei der Pflege Todkranker ansteckten.

Josef Zaplata wurde 1904 in Polen geboren und trat mit dreiundzwanzig Jahren der Kongregation vom Heiligsten Herzen Jesu bei. Am 10. März 1938 legte er mit 34 Jahren seine feierliche Profess ab. Nur achtzehn Monate später – im Herbst 1939 – besetzten nationalsozialistische Truppen das Nachbarland Polen und wollten die katholische Kirche zugrunderichten. Kurz nach Beginn der Besatzung wurde Bruder Josef am 3. Oktober 1939 verhaftet und ins Konzentrationslager nach Dachau transportiert, wo er die meiste Zeit des Krieges zubringen sollte. Kurz vor Ende des Krieges – nur elf Wochen vor seinem Abschluss – starb der erst 41-jährige Ordensbruder an den Folgen einer Typhuserkrankung, die er sich im Laufe der Zeit zugezogen hatte, als er sich um sterbende Mitgefangene gekümmert hatte.

Neben Bruder Zaplata starben als Märtyrer: Erzbischof Anton Julian Nowowiejski (1858–1941), der Oberhirte von P³ock und bedeutende Liturgieprofessor, erlag als 83-Jähriger den fortgesetzten grausamen Misshandlungen im Konzentrationslager Dzia³dowo; der Rektor des Priesterseminars Heinrich Kaczorowski (1888–1942) starb in der Gaskammer von Dachau; die Ursulinin Maria Clemenza Starzewska (1890–1943) gewährte jungen jüdischen Frauen Unterschlupf, sie starb im Konzentrationslager Auschwitz. Am 13. Juni 1999 sprach Johannes Paul II. die 108 polnischen Märtyrer des Zweiten Weltkrieges selig.

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