Madrid: Begegnung am Fest der Familie wird europäisch

Würzburg (reg) Der Himmel über der spanischen Hauptstadt riss nach tagelangem Dauerregen auf, als sich am Sonntag in Madrid Gläubige zum internationalen Familientreffen versammelten. Zum dritten Mal hatte das Erzbistum Madrid am Fest der Heiligen Familie zu einer öffentlichen Eucharistiefeier geladen. In diesem Jahr hoben die Gastgeber und der maßgeblich an der Organisation beteiligte Neokatechumenale Weg den europäischen Charakter der Veranstaltung hervor. Aus Frankreich, Großbritannien, Schottland, Deutschland, Polen und Italien waren Familien angereist. Neben 39 spanischen Bischöfen und dem Apostolischen Nuntius in Spanien kamen der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky, Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinalerzbischof Philippe Barbarin von Lyon, Kardinal Ennio Antonelli, Präsident des Päpstlichen Rats für die Familie, Kardinal Agostino Vallini, Generalvikar der Diözese Rom, Kurienkardinal Paul Josef Cordes und die polnischen Kardinäle Jozef Michalik und Stanislaw Rylko. Gegenüber dieser Zeitung bezifferten die Veranstalter die Zahl der Teilnehmer insgesamt auf mehrere Hunderttausend. In einem Grußwort ermutigte sie der Papst, die Familie zu schützen (DT 29.12.2009).

Der Madrider Erzbischof Antonio María Kardinal Rouco Varela verzichtete in seiner Ansprache auf unmittelbare Kritik an der Familienpolitik der spanischen Regierung, verteidigte aber die Ehe zwischen Mann und Frau gegenüber „anderen Familienmodellen“ und kritisierte die „bis noch vor kurzem unvorstellbar extreme rechtliche Vereinfachung der Scheidung“. Klar bezog der Erzbischof auch für das Lebensrecht Ungeborener Position. „Wo können Kinder, Behinderte, Kranke und Benachteiligte das Geschenk des Lebens und bedingungslose Liebe finden wenn nicht in (...) christlichen Familien?“, so Rouco. Grußworte, Zeugnisse und Weihnachtslieder vervollständigten das Programm. Der Berliner Kardinal Sterzinksy erinnerte daran, dass Ehe und Familie zu den „wesentlichen Grundlagen einer humanen und zukunftsfähigen Gesellschaft gehören“. Der Kirchenrechtler Christoph Ohly, einer der deutschen Teilnehmer, unterstrich im Gespräch mit dieser Zeitung die familiäre und fröhliche Atmosphäre der Begegnung. „Das Fest war von einer Herzlichkeit geprägt, die uns manchmal etwas fehlt“. Zum Abschluss erhielten bedürftige Kinder Geschenke von den Heiligen Drei Königen, die in Spanien traditionell die weihnachtliche Bescherung übernehmen.

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