Lob für Papsttreffen mit Missbrauchsopfern

Köln (DT/KNA) Der Vize-Rektor der päpstlichen Gregoriana Universität in Rom, Jesuitenpater Hans Zollner, hat die Kritik am Treffen von Papst Franziskus mit Opfern sexuellen Missbrauchs zurückgewiesen. Für die sechs Betroffenen sei die Begegnung am Montagvormittag im Vatikan ein „turning point in ihrem Leben“ und „der Beginn einer weiteren Verwandlung“ gewesen, sagte der aus Regensburg stammende Psychologieprofessor am Dienstag dem Sender WDR 5. Zollner hatte das erste Gespräch von Franziskus mit Missbrauchsopfern organisiert. Er gehört der von Papst Franziskus eingesetzten Kinderschutzkommission zum Kampf gegen sexuellen Missbrauch an. Das deutsche Netzwerk Betroffener von sexueller Gewalt hatte das Treffen als PR-Veranstaltung kritisiert und von einem weiteren Stück Symbolismus gesprochen. Anstatt die Opfer zu entschädigen, bete der Papst mit streng gläubigen Missbrauchsopfern. Dagegen sagte Zollner, wichtiger als die Entschädigung sei es, dass der Papst Opfern zuhöre. Aus zeitlichen Gründen könne er nicht Hunderte oder Tausende von ihnen treffen. Aber für die sechs Betroffenen sei es eine „unglaublich wichtige Erfahrung“ gewesen, dass sie der oberste Chef der Katholiken angehört und sich dem Leid gestellt habe. „Das auszuhalten, ist sehr schwierig“, so Zollner. Er habe mehrfach bemerkt, dass Franziskus dem Weinen nahe gewesen sei.

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