Leuchtturm für Skandinavien

Erste katholische Hochschule in Schweden staatlich anerkannt

Uppsala/Bonn (DT/KNA) Mit dem Newman-Institut in Uppsala hat erstmals in Schweden seit der Reformation eine katholische Hochschule die staatliche Anerkennung erhalten. Bei der feierlichen Segnung der Einrichtung durch den schwedischen Bischof Anders Arborelius würdigten kirchliche Vertreter aus Schweden und Deutschland am Freitag die Bedeutung der Einrichtung. Auch im Hinblick auf die Diaspora-Situation der Katholiken in Skandinavien werde das Newman-Institut künftig „einen erheblichen Beitrag leisten“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken, Georg Austen. Das Bonifatiuswerk förderte Kauf und Umbau des Hochschulgebäudes mit 350 000 Euro. Dazu kamen noch einmal 1, 1 Millionen Euro vom Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe. Die endgültige staatliche Anerkennung war bereits am Donnerstag erfolgt. Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick begrüßte diesen Schritt. Es sei wichtig für die Kirche, dass die Wissenschaft den Glauben durchdringe, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. Glaube und Vernunft müssten zusammenbleiben. „Nur so können sie segensreich für Menschen und Gesellschaft wirken und intellektuell interessierte Menschen anziehen.“ Der Rektor des Newman-Instituts, Pater Philipp Geister, nannte die staatliche Anerkennung „ein Zeichen der Wertschätzung unserer Arbeit“. Das von Jesuiten geleitete Institut ist benannt nach dem englischen Kardinal John Henry Newman (1801–1890). Es wurde im Jahr 2001 als eine private akademische Einrichtung gegründet. Kurz darauf startete eine Zusammenarbeit mit der Universität Uppsala. Seit 2008 haben Studenten des Newman-Instituts die Möglichkeit, in einem dreijährigen Bachelorstudiengang einen Abschluss in Theologie erwerben. Über das Internet können zudem Interessenten im ganzen Land an den Kursen teilnehmen. Außerdem übernimmt das Newman-Institut die Verantwortung für die theologisch-philosophische Ausbildung der Priesteramtskandidaten des Bistums Stockholm. Eine Kooperation besteht darüber hinaus mit der Universität Erfurt. Die Segnung des Newman-Instituts bildete den Höhepunkt einer sechstägigen Schwedenreise von deutschen Bischöfen und Vertretern des Bonifatiuswerks. Daran nahmen außer Erzbischof Schick und dem Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Austen, auch der Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa, der Apostolische Exarch der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche in Deutschland, Bischof Petro Kryk, sowie die Weihbischöfe Jörg Michael Peters (Trier) und Heinrich Timmerevers (Münster) teil. Die Reise endet an diesem Samstag. In Schweden leben laut Angaben des Bonifatiuswerks gut 150 000 registrierte Katholiken. Das sind etwa 1, 64 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Diözese Stockholm ist für das ganze Land zuständig.

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