Lettland: Lutheraner gegen Frauenordination

Riga/München (DT/KNA) Die evangelisch-lutherische Kirche Lettlands (ELKL) hat die Frauenordination offiziell abgeschafft. Bei einer Synode am Wochenende sprachen sich 201 von 282 Synodalen dafür aus, künftig nur noch Männer zum ordinierten Amt zuzulassen. Damit wurde in der kirchlichen Verfassung verankert, was faktisch seit mehr als zwanzig Jahren praktiziert wird: In der ELKL wurden lediglich von 1975 bis 1985 und von 1989 bis 1992 auch Frauen ordiniert. Kritik kam vom bayerischen Landesbischof und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. Leidtragende sei vor allem die lettische Kirche selbst, „weil sie sich des großen Reichtums von Frauen im ordinierten Amt beraubt“, so Bedford-Strohm am Montag auf seiner Facebook-Seite. Die lettische Kirche steht mit ihrer Haltung im Lutherischen Weltbund (LWB) nicht alleine. Etwa 30 der insgesamt 145 Mitgliedskirchen praktizieren keine Frauenordination. Auch die Kirchen des Internationalen Lutherischen Rates, unter ihnen die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), ordinieren ausschließlich Männer. Die SELK hat in ihrer Grundordnung festgelegt, dass das Amt der Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung nur Männern übertragen werden kann.

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