Lesbische Bischöfin: Primas „verärgert und besorgt“

London/Washington (DT/KAP) Nach der Wahl der bekennend lesbischen Priesterin Mary Glasspool zur Weihbischöfin für Los Angeles hat sich das Ehrenoberhaupt der weltweiten „Anglican Communion“, Erzbischof Rowan Williams, verärgert und besorgt gezeigt. Die Wahl werfe sehr ernste Fragen auf, nicht nur für die episkopalische Kirche in den Vereinigten Staaten, sondern für die „Anglican Communion“ als ganze, heißt es in einer Stellungnahme des Erzbischofs. Mary Glasspool ist die erste bekennend lesbische Frau, die zur anglikanischen Bischöfin geweiht werden soll. Mit der Entscheidung habe die anglikanische Kirche in den Vereinigten Staaten die „Bande der gegenseitigen Zuneigung“ verletzt, so Williams weiter. Der Primas unterstrich allerdings, die Wahl Glasspools müsse noch von den episkopalischen Diözesanbischöfen bestätigt werden. Diese Entscheidung werde sehr wichtige Auswirkungen haben. Medien spekulieren jetzt mit einer Übertrittswelle von der episkopalischen Kirche zur „Anglican Church in North America“ (ACNA) oder zur katholischen Kirche, die seit Oktober eine entsprechende Struktur für Anglikaner bietet. Die 55-jährige Mary Glasspool lebt seit 1988 in einer Lebensgemeinschaft mit der Theologin Becki Sander. Ihre Wahl erfolgte mit 203 zu 153 Stimmen. Im Fall einer Anerkennung der Wahl durch die Diözesanbischöfe soll die Weihe durch die leitende Bischöfin der episkopalischen Kirche, Catharine Jefferts Schori, am 15. Mai stattfinden.

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