Landesbischof: Maria ist Identifikationsfigur

Berlin (DT/KNA) Der Bischof der Hannoverschen Landeskirche, Ralf Meister, sieht Maria als eine wichtige Gestalt auch für Protestanten. In der evangelischen Kirche gebe es inzwischen „eine große Bereitschaft, in Maria die Frau zu sehen, die eine exklusive Beziehung zu Gott hat, weil sie von der Geburt bis zum Kreuz in intimer Nähe zu Jesus steht“, sagte Meister im Interview der „Welt am Sonntag“. Maria sei „eine bedeutende spirituelle Identifikationsfigur“. Der theologische Zugang der Protestanten zu Maria sei früher lediglich „verstellt“ gewesen, weil Maria von der katholischen Lehre „in die Rolle der Fürsprecherin gedrängt“ und im 19. und 20. Jahrhundert „bibelferne Dogmen über sie aufgestellt“ worden seien. Den heiligen Josef nannte der Bischof einen „wunderbaren Mann“, da er „trotz nachvollziehbarer Zweifel die unehelich schwangere Maria heiratet“. Er akzeptiere „seine soziale Vaterschaft auf eine Weise, die ihn geradezu zum Leitbild der Väter in heutigen Familienmodellen macht“. Zum anderen sei Josef ein großer Träumer, so Meister. Mehrfach erscheine ihm der Engel im Schlaf und teile ihm Gottes Pläne mit. Es sei nicht schlimm, wenn Josef in der biblischen Überlieferung schweige, erläutert der Bischof: „Männer sind in Krisen und Ausnahmesituationen ja oft die Schweiger, und Josef zeigt, dass darin Gutes liegen kann, wenn man wie er am rechten Ort das Rechte tut.“

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