Konflikt um Finanzen

Christliche Schulen in Israel kündigen Generalstreik an

Jerusalem (DT/KNA) Zum Schuljahresbeginn in Israel bleiben am Dienstag 33 000 Schülerinnen und Schüler christlicher Schulen zuhause. Im Streit um Budgetkürzungen und Diskriminierungen durch das israelische Bildungsministerium hat das Büro der christlichen Schulen am Montag einen unbefristeten Streik seiner 48 Bildungseinrichtungen angekündigt. Er soll durch Protestveranstaltungen begleitet werden. Der Generalsekretär der christlichen Schulen in Israel, Faisal Hijazin, fordert eine Gleichbehandlung der christlichen Schulen und eine vollumfassende Finanzierung. Mit Streik gedroht haben laut Medienberichten auch arabische Schulen in Israel; sie protestieren ebenfalls gegen Budgetkürzungen. Staatspräsident Reuven Rivlin hatte bei einem Treffen mit Schulvertretern vor einer Woche zwar die Bedeutung christlicher Schulen und deren jahrzehntelange „außergewöhnliche Bildungserfahrung“ hervorgehoben. Die Begegnung, an der auch Bildungsminister Naftali Bennett teilnahm, blieb jedoch ohne konkrete Ergebnisse.

Schulen in christlicher Trägerschaft haben in Israel den Status anerkannter, nichtöffentlicher Einrichtungen. Das Bildungsministerium übernimmt nur einen Teil der Kosten; der Rest wird von den Eltern über das Schulgeld aufgebracht. Dieser Anteil stieg in den vergangenen Jahren, weil das Bildungsministerium seinen Beitrag stets kürzte. Über die letzten zehn Jahre betrug die Kürzung 45 Prozent. Gegenwärtig würden nur noch 29 Prozent des Bedarfs einer Grundschule durch den Staat übernommen, heißt es in der Streikankündigung.

Die ohnehin schwierige finanzielle Lage der Schulen habe sich 2014 durch vom Ministerium eingerichtete Schulgeldbegrenzungen noch verschärft. Bereits Ende Mai hatten die christlichen Schulen in Jerusalem gegen ihre Diskriminierung durch die Regierung protestiert, nachdem achtmonatige Verhandlungen zwischen dem Schulkomitee und dem Bildungsministerium ergebnislos geblieben waren. Auf den Ministeriumsvorschlag, die Schulen sollten in öffentliche Schulen überführt werden, wollten die Träger nicht eingehen; dies bedeutete eine Aufgabe des christlichen Profils und wäre ein Schlag gegen die christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land, hieß es damals zur Begründung.

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