Kommunionstreit: Marx überrascht

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, kann die Position des Vatkan nicht nachvollziehen, der die Handreichung der deutschen Bischöfe als "noch nicht zur Veröffentlichung reif" betrachtet.
Priester mit einer Hostienschale in den Händen
Foto: Sebastian Widmann (KNA) | Ein Priester teilt beim Pontifikalamt zu Fronleichnam am 4. Juni 2015 in München die Kommunion aus einer goldenen Hostienschale aus. Dieses Bild ist Teil des Features "Eucharistie".

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat "überrascht" auf die Kritik des Vatikan an der geplanten Handreichung zum Kommunionempfang nicht-katholischer Ehepartner reagiert. "Beim Gespräch am 3. Mai 2018 in Rom wurde den dort teilnehmenden Bischöfen gesagt, dass sie 'im Geist kirchlicher Gemeinschaft eine möglichst einmütige Regelung' finden sollten. Der Vorsitzende ist deshalb überrascht, dass noch vor dem Finden einer solchen einmütigen Regelung jetzt dieses Schreiben aus Rom eingegangen ist", hieß es am Montagabend in einer Erklärung der Bischofskonferenz in Bonn.

Danach sieht Marx auch nach dem Brief von Glaubenspräfekt Luis Ladaria weiteren Gesprächsbedarf innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz, "vor allem auch im Ständigen Rat und in der Herbst-Vollversammlung, aber auch mit den entsprechenden Römischen Dikasterien und dem Heiligen Vater selbst".

In dem am Montag bekanntgewordenen Brief von Erzbischof Ladaria an Marx heißt es zu der Handreichung, das Dokument werfe eine Reihe von ungelösten Problemen mit erheblicher Tragweite auf. Laut Ladaria ist Papst Franziskus zu dem Schluss gekommen, "dass das Dokument noch nicht zur Veröffentlichung reif ist". Die Frage, ob nicht-katholische Ehepartner die Kommunion empfangen könnten, betreffe die Kirche als Ganzes und habe Auswirkungen auf die ökumenischen Beziehungen zu anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften.

DT/KNA

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