Koch würdigt Ausstellung der Nikolausreliquien

Vatikanstadt (DT/KAP) Als „historisches Ereignis auf dem Weg zur Einheit der Kirchen“ hat Kurienkardinal Kurt Koch die Ausstellung der Nikolausreliquien in Moskau und Petersburg bezeichnet. Koch nahm damit in „Radio Vatikan“ am Wochenende Bezug auf die überwältigende Anteilnahme, die russisch-orthodoxe Gläubige den sonst in Süditalien aufbewahrten Reliquien des heiligen Nikolaus erwiesen hatten. Am Freitagnachmittag waren die Gebeine wieder in Bari eingetroffen. Sie waren zwei Monate lang auf Reisen und wurden in großen russischen Kathedralen ausgestellt. Gut 2,5 Millionen Gläubige nahmen teils stundenlanges Schlangestehen auf sich, um die Reliquien zu verehren. Der Dominikanerpater Hyacinthe Destivelle, im Päpstlichen Einheitsrat zuständig für die Russland-Ökumene, hatte Koch bei der Russlandreise begleitet. Die Vatikandelegation brachte die Reliquien zurück nach Italien. Der Heilige Nikolaus sei einer der von den Christen am meisten verehrten Heiligen, und das sei eine Verbindungsbrücke zwischen dem Westen und dem Osten, so Destivelle. Die Reliquien hatten sich ursprünglich in Kleinasien befunden, wurden dann nach Bari überführt und diese Überbringung sei auch ein Fest in der russisch-orthodoxen Liturgie, erinnerte der französische Ordensmann: „Ein Drittel der russischen Kirchen sind dem Schutz des heiligen Nikolaus gewidmet, und viele Menschen in Russland heißen Nikolaus. Also ist das ein Heiliger, der sehr beliebt ist.“ Die Verleihung der Gebeine nach Russland stehe in einer Tradition der gegenseitigen Reliquienschenkungen zwischen Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I., betonte der Dominikanerpater: „Als Papst Franziskus den Patriarchen Kyrill in Havanna getroffen hat, hat er ihm Reliquien des heiligen Cyril geschenkt, also des Schutzheiligen des Patriarchen Kyrill. Auch das ist ein Heiliger, der beiden Kirchen gemeinsam ist. Und dann hat der Patriarch Papst Franziskus im vergangen September 2016 Reliquien des heiligen Seraphim von Sarov übergeben, der auch im Westen sehr geschätzt und verehrt wird.“ Die Heiligen seien das „gemeinsame spirituelle Erbe“. Das stehe auch in der gemeinsamen Erklärung, die der Papst und der Patriarch im Februar 2016 in Havanna unterzeichnet hätten, erinnerte Destivelle.

Themen & Autoren

Kirche