Kirchen werben für solidarisches Asylsystem

Bonn (DT/KNA) Für ein großzügigeres Bleiberecht von langjährig Geduldeten und für Erleichterungen beim Nachzug von ausländischen Eheleuten haben sich die Kirchen in Deutschland starkgemacht. Vor der bundesweiten „Interkulturellen Woche“, die am Freitag in München eröffnet wurde, warben sie auch für ein „solidarisches Asylsystem in Europa“ und die Aufnahme besonders Schutzbedürftiger. „Kirchengemeinden, Beratungsstellen und Initiativen stehen oft vor schwierigsten Fällen, in denen Ehepaare monate- oder gar jahrelang getrennt werden, weil im Herkunftsland des Partners der zwingend und ausnahmslos vorgeschriebene Nachweis von Deutschkenntnissen kaum erbracht werden kann“, heißt es in einer am Donnerstag in Bonn veröffentlichten Erklärung, die vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und Metropolit Augoustinos, dem Griechisch-Orthodoxen Metropolit von Deutschland, unterzeichnet ist. Unter Hinweis auf das in der Bundesrepublik gut ausgebaute System von Integrations- und Sprachkursen fordern die Kirchen, den Nachweis von Sprachkenntnissen auch nach der Einreise zu ermöglichen. Die „Interkulturelle Woche“ steht unter dem Motto „Misch mit!“. In 270 deutschen Städten und Gemeinden sind etwa 3 000 Veranstaltungen geplant. Die ökumenische Initiative wird von Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Ausländerbeiräten, Integrationsbeauftragten und Migrantenorganisationen mitgetragen. Eröffnet wurde die Woche am Freitag von Augoustinos, dem katholischen Münchner Erzbischof Reinhard Marx und dem evangelischen bayerischen Landesbischof Johannes Friedrich, die gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst leiten. Beim anschließenden Empfang im Alten Rathaus sprach der islamische Schriftsteller Navid Kermani. Die Aktionswoche schließt mit einem „Gottesdienst der Nationen“ am 27. September im Münchner Liebfrauendom.

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