Kein Vallendarer Zweitcampus in Berlin

Der Plan, eine katholisch-theologische Fakultät in der Hauptstadt zu errichten, wird aufgegeben

Berlin (KNA) Berlin bleibt ohne Katholisch-Theologische Fakultät. Wie das Erzbistum Berlin am Mittwoch bekannt gab, kam es mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) überein, entsprechende gemeinsame Pläne „nicht weiter zu verfolgen“. Das Erzbistum betonte zugleich, es halte an seinem Ziel fest, „die katholische Stimme am Wissenschaftsstandort Berlin besser vernehmbar zu machen“. Es sei jedoch die Einsicht gereift, dass dafür etwas anderes notwendig sei „als die feste Form einer theologischen Fakultät“. Derzeit werde ein alternatives Konzept dafür entwickelt. Dabei sei auch eine Kooperation mit der PTHV denkbar. Weitere Details sind dazu noch nicht bekannt.

Bislang gibt es in Ostdeutschland nur eine Katholisch-Theologische Fakultät. Sie ist Teil der Universität Erfurt. Dort studieren die Priesteramtskandidaten des Erzbistums Berlin. Kardinal Rainer Maria Woelki hatte die staatlich anerkannte Hochschule in Vallendar bei Koblenz im Februar eingeladen, die Möglichkeiten einer Kooperation zu sondieren. Träger der PTHV sind die Ordensgemeinschaften der Pallottiner und Franziskanerinnen. Sie erklärten ihre Bereitschaft, einen „Zweitcampus“ in der Bundeshauptstadt zu errichten. Als Standort war das Bernhard-Lichtenberg-Haus bei der Sankt-Hedwigs-Kathedrale im Gespräch. Ungeklärt war nach Angaben der PTHV allerdings unter anderem die Finanzierung. Vor 20 Jahren gab es bereits Bestrebungen, an der Humboldt-Universität neben der evangelischen auch eine katholische Fakultät zu gründen. Der damalige CDU/SPD-Senat legte das Vorhaben jedoch aus Kostengründen zu den Akten. So blieb es bei einem zwar vielfältigen, zugleich aber nur wenig vernetzten Angebot katholisch-theologischer Forschung und Lehre in der Hauptstadt. Am bekanntesten sind das „Seminar für katholische Theologie“ an der Freien Universität, die Katholische Hochschule für Sozialwesen in Karlshorst sowie die Guardini-Stiftungsprofessur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung an der Humboldt-Universität. Zudem gibt es derzeit eine akademische Priesterausbildung am Seminar „Redemptoris Mater“ in Biesdorf. Träger sind die „Geistlichen Gemeinschaften des Neokatechumenalen Wegs“, die dabei mit der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom kooperieren. In dem Seminar studieren angehende Theologen aus mehreren Ländern, die anschließend zeitweise auch im Erzbistum Berlin eingesetzt werden.

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