Kardinal Meisner fordert besseren Schutz der Familie

Köln (DT/KNA) Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat einen besseren Schutz der Familie gefordert. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk am Sonntag nannte er „schlimm“, dass die Familie weitgehend unter dem Gesichtspunkt der Ökonomie gesehen werde. Nicht die Familie müsse sich dem ökonomischen Tun anpassen, sondern umgekehrt, forderte er. Die Familie sei nicht ein gesellschaftlich gewachsenes Gebilde, sondern habe eine theologische Grundlage, sagte Meisner. Sie sei das „Abbild des dreifaltigen Gottes“. Deshalb gebühre ihr „aller Schutz und alle Förderung, die nur denkbar ist, damit auch das gesellschaftliche Leben, das ökonomische Leben und das kulturelle Leben gedeihen kann“. Wer sich an der Familie vergreife, vergreife sich an der Kultur des Menschen. Zugleich bemängelte Meisner die Haltung vieler Politiker in ethischen Fragen wie Abtreibung und Stammzellforschung. „Ein geistvergessenes Volk, das tötet seine Kinder“, sagte er. Die Bilanz, dass es in Deutschland zu wenig Kinder gebe, müsse „die Politiker nun endlich zum Aufwachen bringen“, forderte der Kardinal. „So kann es nicht mehr weitergehen.“ Mit Blick auf die jüngste Debatte um die Stammzellforschung kritisierte Meisner die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU), ohne ihre Namen direkt zu nennen. „Wenn zum Beispiel die Parteivorsitzende der „C“-Partei und die Ministerin in der großen Koalition die Regierungsverantwortung für dieses Gebiet trägt und ebenfalls sich der „C“-Partei zurechnet“ eindeutig Stellung genommen hätten, wäre das Ergebnis wahrscheinlich ganz anders ausgefallen, so der Kardinal. Er erwarte von Mitgliedern dieser Partei, „dass sie privat und öffentlich sich mühen, nach dem Evangelium zu leben, sei es gelegen oder ungelegen“.

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