Kardinal für Moratorium bei Abtreibungen in Italien

Rom (DT/KNA) Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, hat eine Initiative für ein Moratorium bei Abtreibungen begrüßt. Ähnlich wie der Ruf nach einer weltweiten Aussetzung der Todesstrafe sei dies eine klare Forderung an die Staaten, menschliches Leben zu schützen, sagte der Erzbischof von Genua im Interview der Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Freitag). Er schließt sich damit einem Appell des früheren Bischofskonferenz-Vorsitzenden Kardinal Camillo Ruini zum Jahreswechsel an. Bagnasco sieht eine Revision des Abtreibungsgesetzes als wünschenswert an. Der betreffende Paragraf müsse dem wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt in der Fortpflanzungsmedizin angepasst werden, wie es Pflicht des Gesetzgebers sei. Unterdessen beschlossen die Kliniken in Mailand laut „Corriere“, keine sogenannten therapeutischen Abtreibungen nach der 22. Schwangerschaftswoche mehr durchzuführen. Demnach dürfen Spätabtreibungen, die mit einer Gesundheitsgefährdung der Schwangeren begründet werden, nur mit Billigung eines Ärztekomitees erfolgen. Selektive Abtreibungen eines behinderten Zwillings sollen verboten sein, wenn nicht physische oder psychische Probleme seitens der Frau vorliegen. Nach Angaben der Zeitung hat sich die Zahl der offiziell verzeichneten Abtreibungen in Italien von mehr als 234 800 im Jahr 1982 auf 132 790 im Jahr 2005 verringert.

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